So schießt man sich ein Eigentor

ADAC hält Verteuerung von Diesel und Benzin für richtig

„Tankwarte sind unbezahlte Steuereinnehmer, die uns einen Rabatt in Form von Benzin bewilligen.“
Heinz Rühmann

Sind sie Mitglied im ADAC?

Angeblich hat der ADAC gut 20 Mio. Mitglieder. Das heißt, dass etwa jeder vierte Deutsche Mitglied in diesem Verein ist. Okay, es mag auch noch den einen oder anderen im Ausland geben. Aber so sehr viele werden das nicht sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch sie Mitglied in diesem Verein sind ist also ziemlich groß.
Aber haben sie sich schon einmal gefragt, warum sie in diesem Verein sind? In einen Sportverein treten sie ein, weil sie Sport machen wollen. Und da suchen sie sich einen Verein aus, der auch ihre Sportart anbietet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie In einem Fußballverein Mitglied werden, wenn sie Volleyball spielen möchten. Okay, beim Fußball soll es sowas schon geben. Aber das hat andere Gründe.
Zurück zur ursprünglichen Frage: Warum ist man Mitglied im ADAC?

Ich war auch mal in diesem Verein

Es ist schon einige Jahre her, da war ich auch Mitglied in diesem Verein. Gelockt hatte mich die damals einzigartige Pannenhilfe. Es konnte eigentlich passieren was wollte, der ADAC kam immer. Anfang der Achtziger konnte ich mir zudem noch keine teuren Autos leisten, und mit den alten Gebrauchten blieb man schon öfters mal liegen. Trotzdem musste ich später feststellen, dass ich den ADAC nur selten in Anspruch genommen habe, vielleicht dreimal.

Ich habe also Jahr für Jahr meinen Beitrag entrichtet, anfangs waren das 54 Mark im Jahr, ohne die Angebote wirklich zu nutzen. Als dann meine Frau einmal mit dem Auto liegen blieb, mussten wir feststellen, dass sie die Leistungen nicht einmal in Anspruch nehmen konnte, da sie nicht Mitglied war. Glücklicherweise war der Service-Mann großzügig.
Wir haben dann eine Partnermitgliedschaft abgeschlossen. Ich meine zuletzt hat der Beitrag dann irgendwas um die 80 Euro im Jahr gekostet. Da wir uns mittlerweile immer bessere Autos leisten konnten, spielte auch die Pannenhilfe kaum noch eine Rolle. Und rechnen wir doch einfach mal: 10 Jahre mal 80 Euro, da kommen 800 Euro zusammen. Da kann ich mir das Abschleppen auch ohne ADAC leisten.

Natürlich gab es da noch die monatliche Zeitschrift. Die kam am Ende aber nicht mehr mit Post, sondern die musste man sich im Handel abholen. Digitale Zeitschriften war damals noch nichts für mich. Wie dem auch sei, ich musste schon Anfang der Zweitausender erkennen, dass der ADAC deutlich auf Regierungslinie fuhr. E-Mobilität wurden über alle Maßen gelobt. Die Nachteile wurden systematisch ausgeblendet. Irgendwann kam dann der Zeitpunkt, dass ich mich von diesem Verein nicht mehr vertreten fühlte. Und die Pannenhilfe spielte für mich keine Rolle mehr. Ich habe dann meine Mitgliedschaft nach etwa 30 Jahren gekündigt.

Der Spritpreis

Dazu passt dann die Aussage des Verkehrspräsidenten des ADAC, Gerhard Hillebrand, in einem Interview mit der neuen Osnabrücker Zeitung. Dort befürwortet er die Verteuerung von Benzin und Diesel, weil nur so der Wechsel zur E-Mobilität möglich sei. Solche Argumente sind nicht selten. Verbrenner künstlich verteuern, die E-Autos mit dem Geld künstlich verbilligen, irgendwann muss der Kunde doch darauf anspringen.
Wie schon gesagt, dieses Argument hört man häufiger. Von den Grünen würde man das sogar erwarten. Aber vom größten Automobilclub Europas? Der Vertritt etwa 20 Mio. Autofahrer. Mindestens 90 Prozent von denen fahren Verbrenner. Wahrscheinlich sind es sogar noch mehr. Und die denken gar nicht daran, auf ein E-Auto umzusteigen. Weil die E-Autos entgegen aller Erwartung eben nicht mit den Verbrennern mithalten können. Trotz massiver Subventionen hält der Kunde an seinem Verbrenner fest. Es geht um das Preis-Leistungs-Niveau. Und da können die Elektrischen einfach nicht mithalten. So funktioniert Wirtschaft.

Das Eigentor

Natürlich haben andere Medien das sofort aufgegriffen. Und natürlich wird die Aussage stark verkürzt. „ADAC will höhere Spritpreise“ oder so ähnlich. Und das hat natürlich Folgen. 18 Mio. Vereinsmitglieder fühlen sich jetzt so richtig in den Arsch getreten. Natürlich ist der Deutsche träge. Und natürlich kündigen nicht 18. Mio. sofort ihre Mitgliedschaft. Aber man spricht von 15.000 Vereinsaustritten allein im Zeitraum November/Dezember 2025. Das ist zwar nicht wirklich viel, aber ich glaube nicht, dass das schon das Ende ist.

Die Reaktionen in den Social Media sind heftig. Teilweise sogar bissig. Wären Politiker betroffen, dann müsste man befürchten, dass einem demnächst die Tür eingetreten wird. Und es sind weitere Austritte angekündigt. Bin mal gespannt, wie es weitergeht.

Die Reaktion des ADAC

An der Reaktion des ADAC kann man erkennen, wie weit der schon in der links-grünen Blase angekommen ist. Da wird sofort zurückgerudert. Allerdings nicht, indem die Aussage zurückgenommen wird. Die bleibt unterschwellig im Raum stehen. Nein, man sagt, man habe das gar nicht so gemeint. Die Mitglieder hätten das alles nur falsch verstanden. Also ehrlich, ich frage mich was an einer solchen Aussage falsch zu verstehen ist. Weiter wird gesagt, man hätte das den Mitgliedern besser erklären müssen. Das ist klassische grüne Argumentation. Der Bürger ist zu blöd, der versteht unsere ach so gute Politik einfach nicht. Leider hat sich der ADAC mit seiner Reaktion genau auf dieses Niveau hinabbegeben. Ich glaube nicht, dass das helfen wird.

Der Wechsel zu anderen Automobilclubs

Viele wollen jetzt zu anderen Automobilclubs wechseln. Denen rate ich aber , dass sie sich die vorher genau anschauen. Wie Tichy berichtet, ist beispielsweise das europäische Pendant ACE voll auf EU-Kurs. Da könnte man vom Regen in die Traufe kommen. Das gilt logischerweise auch für andere Clubs.
Tichys Einblick erwähnt in diesem Zusammenhang den Verband „Mobil in Deutschland e.V.“. Das ist noch ein recht junger Verband. Ich habe den bisher nicht gekannt. Aber in Vergleichstests scheint der ziemlich gut abzuschneiden. Wäre vielleicht eine Alternative.
Wie schon gesagt, sind sie bei ihrer Wahl aufmerksam. Nicht, dass sie am Ende den Beelzebub mit dem Teufel austreiben.

Zusammenfassung

Es gilt nicht nur für den ADAC. Viele Verbände unterschiedlichster Kategorien sind in den letzten Jahren dem Mainstream gefolgt. Oftmals haben sie dabei ihre Mitglieder verraten. Das Glück dieser Verbände liegt darin, dass der deutsche Bürger ein träger Haufen ist. Manchmal ist er sogar masochistisch veranlagt, was man ja immer bei Wahlen beobachten kann.
Ich persönlich werde nicht mehr Mitglied in einem Automobilclub. Pannenhilfe ist für mich definitiv kein Thema. Und ihr mögliches politische Gewicht bringen diese Clubs nicht zur Geltung. Lieber laufen sie dem Mainstream hinterher. Und damit sind sie genauso wichtig wie die „Omas gegen rechts“.

Weiterführende Links

Wollte Sprit verteuern – jetzt verliert der ADAC Mitglieder – Apollo News

ADAC wünscht sich höhere Spritpreise, damit die Deutschen ihre Verbrenner aufgeben – FOCUS online

Höhere Spritpreise als Weihnachtsgeschenk: ADAC bekämpft seine Mitglieder – Tichys Einblick

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