Jede Medaille hat zwei Seiten

Ukrainischer Skeletoni disqualifiziert

„Einige Besinnung käme mancher Gesinnung nicht schlecht an.“
Martin Gerhard Reisenberg

Der Ausschluss vom Wettbewerb

Gestern begannen die Skeleton-Wettbewerbe bei den olympischen Spielen. Starten sollte auch der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch. Der wollte allerdings mit einem Helm starten, auf dem mehrere ukrainische Leistungssportler porträtiert waren, die im Krieg mit Russland gefallen waren. Das IOC sah das als ein politisches Statement an, und solche sind während der Spiele verboten. Das hat man dem Sportler auch so mitgeteilt. Der Sportler wollte sich aber nicht beugen, er möchte an die Gefallenen erinnern.
Es kam in Folge sogar zu einem Gespräch mit der Präsidentin des IOC. Dort wurde ihm die Möglichkeit eröffnet, mit einem anderen Helm an den Start zu gehen. Heraskewytsch lehnte das ab. Somit war eine Disqualifikation unvermeidlich.

Die Medien

Insbesondere die deutschen Mainstream-Medien stürzen sich jetzt mit Kraft auf das IOC. Zerlegen die Entscheidung in alle Bestandteile. Natürlich empören sich auch ukrainische Sportler, senden entsprechende Signale aus.
In den Medien wird sogar dargestellt, dass es ähnliche Dinge schon mehrfach gegeben hätte. Da wird als Beispiel der Eiskunstläufer Maxim Naumov genommen, der nach seinem Lauf ein Bild seiner Familie hochhält. Seine Eltern waren kurz vor seinem Wettkampf bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Damit wollte er wohl aufzeigen, wem er seinen Erfolg wirklich zu verdanken hat. Ich denke, dass dieses Beispiel mit dem Fall überhaupt nicht vergleichbar ist, denn da fehlt jegliche politische Dimension.

Heraskewitsch wollte angeblich kein politisches Signal senden

Natürlich behauptet Heraskewytsch, er wollte nie ein politisches Signal senden. Er wollte nur an diese Sportler erinnern. Nun, ich glaube ihm das nicht. Ich kann mir sogar vorstellen, dass er nicht einmal alle abgebildeten Sportler persönlich kannte. Allerdings ist das reine Spekulation. Wenn er damit aber auf den Ukraine-Krieg hinweisen will, dann ist das sehr wohl ein politisches Statement. Die Disqualifikation ist somit zumindest nachvollziehbar.

Die Rolle des IOC

Viele versuchen jetzt, dem IOC die alleinige Schuld zuzuschieben. Sicherlich kann man über die Verhältnismäßigkeit streiten. Vergessen sollte man aber nicht, dass das IOC dem Sportler zumindest die Möglichkeit einer Teilnahme eröffnet hat. Nun wird ins Spiel gebracht, dass Heraskewytsch möglicherweise keinen zweiten Helm verfügbar gehabt hätte. Die Dinger seien, so der ZDF-Experte Johannes Ludwig, vollständig auf den Sportler angepasst. Das glaube ich nicht. Ich bin Motorradfahrer und habe eine gewisse Erfahrung mit Helmen. Mir kann keiner erzählen, dass in diesem gesamten Komplex nicht ein passender Helm zu finden gewesen wäre.

Es gab schon Fälle, da sind auf der Hinreise zu Wettkämpfen ganze Ski-Ausrüstungen verloren gegangen. Und trotzdem hat man es möglich gemacht, dass die entsprechenden Sportler mit geliehener Ausrüstung an den Start gehen konnten. Und jetzt soll das bei einem popligen Helm nicht möglich gewesen sein?

Wie dem auch sei, das IOC hat dem Sportler angeboten, mit einem neutralen Helm zu starten. Mat hätte ihm sogar erlaubt, mit seinem speziellen Helm zur Siegerehrung zu erscheinen. Das aber hat Heraskewytsch abgelehnt.

Noch was zu Heraskewiytsch

Wäre es dem Sportler wirklich nur um Erinnerung gegangen, dann hätte er mit diesem Helm auch in seiner Unterkunft seiner Sportkameraden gedenken können. Ihm ging es aber wohl darum, dass der ganzen Welt das große Elend des Krieges vor Augen geführt wird. Das ist deutlich mehr als nur „Gedenken“. Und selbst als man ihm anbot, mit einem neutralen Helm an den Start zu gehen, lehnte er das ab. Damit hat er deutlich gezeigt, dass es ihm um mehr geht, als um reines Gedenken. Damit wird die Aktion für mich zum politischen Signal.

Ukraine und die Opferrolle

Ich möchte über den Ukrainer nicht das Kreuz brechen. Wenn man nämlich beobachtet, wie die Europäer mit der Ukraine umgehen, sie in ihrer Opferrolle ständig bestätigen, dann ist das Verhalten dieses ukrainischen Sportlers durchaus nachvollziehbar.
Wenn man beispielsweise verfolgt, wie Selenskyj gegenüber dem Westen auftritt, dann ist das teilweise schon unverschämt. Ein Staatspräsident, der kontinuierlich auf Betteltour ist, aber nicht erklären kann, wohin dreistellige Millionenbeträge verschwunden sind, ist da mit Sicherheit kein Vorbild. Jetzt fordert er sogar die Aufnahme in die EU bis 2027. Das ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Die EU spielt aber fleißig mit.
Dass dann Sportler solches Verhalten nachahmen, ist mehr als verständlich.

Wie hätte ich das gelöst

Ich will mich gar nicht intensiv mit dem Regelwerk der EU befassen. Verwende wieder einmal nur meinen gesunden Menschenverstand.
Die ganze Chose ist doch nur hochgekocht, weil das IOC wieder einmal auf sein Regelwerk pochen wollte.
Ich hätte den Typen einfach mal starten lassen. Den Appell, den der Helm aussenden sollte, hätte von den Zuschauern kaum einer bemerkt. Grauer Helm mit schwarzen Porträts, nicht wirklich auffällig.
Okay, ARD und ZDF hätten daraus wohl eine richtige Nummer gemacht. Aber das machen sie jetzt doch umso mehr. Und wen die alles zum Interview einladen.
Also nochmal, einfach starten lassen, vom Ergebnis landet der eh im Hinterfeld, auf jeden Fall nicht auf dem Podest. Dann macht er so seine vier Läufe, insgesamt also etwa vier Minuten, das wars. Klappe zu, Affe tot.
Es gäbe keinen Skandal, und schon wenige Stunden danach würde kein Mensch mehr darüber reden.

Fazit

Zwei Dinge möchte ich hier noch einmal erwähnen. Ob es sich wirklich um einen schweren Verstoß gegen die Regeln des IOC gehandelt hat weiß ich nicht. Die Disqualifikation hätte aber vermieden werden können, wenn der Ukrainer kompromissbereit gewesen wäre. Die Schuld liegt also nicht allein beim IOC.

Auch wenn das IOC in seinem Verhalten im Recht wäre, so war der Umgang mit Hareskewytsch zumindest wenig pragmatisch. Hätte man ihn starten lassen, dann hätten viele das nicht einmal bemerkt. So ist daraus ein kleiner Skandal erwachsen. Der hätte jedenfalls vermieden werden können. Und dann würde heute kein Mensch mehr darüber reden.
Manchmal ist es wirklich besser, mal ein Auge zuzudrücken.

Quelle

Olympia: Ukrainischer Skeleton-Pilot wegen Helm disqualifiziert/ZDF heute

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