Bio-Gas soll die Energiewende retten
„Ich glaube nicht, dass es gelingt, den gesamten Gasverbrauch durch Biomethan zu ersetzen.“
Dr. Rene Backes (Leiter des Forschungsbereiches beim DBFZ)
Neue Erkenntnisse in der Energieversorgung
Der Autoindustrie geht es schlecht. Der Umstieg auf die E-Mobilität will so gar nicht ans Laufen kommen. Auch wenn es hier noch anders berichtet wird, selbst die Chinesen haben den Wandel zur E-Mobilität aus ihren Strategien gestrichen. Die verklappen derzeit lediglich ihre Überproduktionen auf dem europäischen Markt. Da gibt es noch genügend Blöde, die diesen Mist kaufen.
Bei der Heizungswende läuft es ähnlich schlecht. Auch hier behaupten die Hersteller von Wärmepumpen steigende Verkaufszahlen. Wenn man aber genauer hinschaut, dann sieht das gar nicht mehr so rosig aus.
Die Regierung will also zurück zur freien Wahl des Heizsystems. Das widerliche Heizungsgesetz von Habeck soll geschleift werden. Von den Klimazielen will man aber nicht Abstand nehmen. Fossile Brennstoffe wird man somit weiterhin deutlich verteuern. Als Ersatz sollen grüne Brennstoffe, also Bio-Gas oder Wasserstoff herhalten. Zum Wasserstoff habe ich schon mehrfach berichtet. Erstens kann der nicht ausreichend produziert werden und zu konkurrenzfähigen Preisen schon mal gar nicht. Aber sie wissen ja, Politiker interessiert das nicht, die Grünen feiern das sogar.
Bio-Gas
Also bleibt als Alternative eigentlich nur Bio-Gas. Aber was ist das eigentlich? Bio-Gas dürfte mit Masse Methan-Gas sein. Dieses Gas entsteht, wenn organische Stoffe ohne Sauerstoff verrotten. Biogasanlagen sind also eigentlich Faultürme, in die man Bioabfälle einbringt und dann verhindert, dass Sauerstoff hinzukommt.
Nur mal so nebenbei. Das gleiche passiert bei der Verdauung von pflanzlichen Produkten. Das ist im wesentliche das, was im Pansen einer Kuh passiert. In ihrem Dickdarm übrigens auch. Die Fürze von Kühen bestehen mit Masse aus Methan. Ihre Fürze übrigens auch. Haben sie schon mal gesehen, wie man einen Furz angezündet hat? gibt eine ordentliche Stichflamme.
In größeren Bio-Gas-Anlagen macht man nun das Gleiche. Das Methangas saugt man dann ab und verpresst es in entsprechende Tankanlagen.
Biogasanlagen
Ich habe solche Biogasanlagen schon gesehen. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen. Sie bestehen aus mehreren Faultürmen, die getrennt voneinander befüllt werden können. Wenn genug Biomasse eingebracht worden ist, dann macht man die Tür zu und der Faulprozess kann beginnen.
Mit Masse sind solche Anlagen reine Insellösungen. Ich kann mich da an einen Hof erinnern, der Schweine gezüchtet hat. Der hat das Methan zur Heizung seines Hauses und der Ställe genutzt. In wieweit die Pumpen für die Gasspeicherung damit betrieben wurden, weiß ich leider nicht mehr.
Allerdings weiß ich noch, dass die eine gewisse Energiemenge verbrauchen mussten, damit sie Fördermittel von der EU erhalten konnten. Das führte dazu, dass die teilweise im Sommer die Heizung laufen ließen.
Jetzt könnte man sagen, dass die die Überschüsse ja hätten verkaufen können. Damit sich das aber lohnen würde, dafür war die Anlage zu klein.
Nur so nebenbei, der Fuhrpark dieses Landwirtes wurde mit herkömmlichen Dieselmaschinen betrieben.
Es gibt schon größere Anlagen
Angeblich gibt es aber schon größere Anlagen dieser Art. Ich habe dazu schon verschiedene Berichte im Fernsehen gesehen. Manchmal habe ich aber den Verdacht, dass die immer dieselbe Anlage zeigen.
Zudem stellt sich dabei die Frage, in welchen Größenordnungen solche Anlagen betrieben werden können. Die oben genannte Anlage reichte für den eigenen Bauernhof gut aus. Vielleicht hätte sogar ein zweiter Hof mit Bio-Gas versorgt werden können. Aber wie groß muss eine solche Anlage sein, damit man nur ein einziges Gas-Kraftwerk damit betreiben kann? Ich muss ihnen gestehen, ich habe davon kaum eine Vorstellung. Aber ein solche Anlage reicht da ganz sicher nicht.
Weitere Schwierigkeiten
Selbst wenn man ausreichend Bio-Gasanlagen zu Verfügung hätte, um eine mittlere Großstadt (100.000 Einwohner) mit Gas zu versorgen, dann hat man noch nicht das Problem gelöst, wie das Gas zum Verbraucher kommt. Hierzu sind zumindest teilweise neue Gasnetze zu installieren. Das Gas muss von den Erzeugern in Komprimierungsanlagen geführt werden. Dann müssen unter Umständen Pufferspeicher gebaut werden. Und dann braucht man auch noch eine Verbindung zum herkömmlichen Netz. Ich betrachte bei meinen Überlegungen nicht, ob entsprechende Gasgeräte überhaupt mit Methan klarkommen. Ich gehe einfach mal davon aus, dass man die entsprechend einstellen kann. Letztendlich haben wir ähnliche Probleme beim Strom. Die zusätzlichen Netzkapazitäten muss natürlich auch der Verbraucher zahlen.
Die Rohstoffe
Der Rohstoff für diese Anlagen ist Bio-Masse. Dazu gehören auch Holzschnitzel. Nur gibt es schon Kraftwerke, die mit Biomasse betrieben werden. Die verbrennen das Zeug und machen daraus Strom. Wenn diese Ressource auch noch zu Gas verarbeitet werden soll, dann könnte Biomasse schnell zu einem knappen Rohstoff werden.
Darüber hinaus werden bei den Bio-Gasanlagen auch tierische Fäkalien genutzt. Wir wissen aber, dass immer mehr Landwirte aufgeben. Dadurch werden diese Rohstoffe noch einmal knapper. Ich glaube nicht, dass Bio-Gas Erdgas oder LNG irgendwann einmal komplett ersetzen kann. Als Ergänzung ja, aber als totalen Ersatz? Ich habe da meine Zweifel.
Zusammenfassung
Es ist immer dasselbe. Da erzählt man uns was von einer grünen Zukunft, von grünem Gas oder grünem Wasserstoff. Wenn man dann aber genauer hinschaut, muss man erkennen, dass das meistens nur Luftnummern sind. So schön sich grüne Lösungen anhören, meistens scheitern sie am wirklichen Bedarf. Den können sie leider nicht decken.
Sind sie also skeptisch, wenn ihnen mal wieder einen vom grünen Paradies erzählen will. Meistens will er nur ihr Geld für seine feuchten Träume.