Der Märchenerzähler hat wieder zugeschlagen

Der Klimawandel soll 900 Milliarden Euro kosten

„Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab.“
Gotthold Ephraim Lessing

Werbung darf lügen

Wenn man ihnen etwas verkaufen will, dann muss man bei ihnen einen ein Bedürfnis wecken. Dafür gibt es dann Werbung. Und es dürfte ihnen nicht neu sein, dass auch in der Werbung gelogen wird.
Interessant ist es dann aber in der Werbung, wenn man dort mit wissenschaftlichen Studien wirbt. Denken sie doch einfach mal an Zahnpastawerbung. Oder Zahnbürsten. Da heißt es schon mal, diese Produkte würde sogar ihr Zahnarzt kaufen.
Sie kennen doch sicherlich diesen Spruch: „Rauchen ist gesund – sagt Dr. Marlboro.“
Ich will diesen Spruch nicht überbewerten. Aber viele dieser Studien, auf die sich die Werbung stützt, sind von den Unternehmen selbst in Auftrag gegeben und bezahlt worden. Sie können sich sicher Vorstellen, dass dann die Ergebnisse schon vor Studienbeginn feststehen.

Die Angst

Wenn man jetzt durch solche Studien auch noch Angst erzeugen kann, dann wird die Wirkung nochmal verstärkt. Ein typisches Beispiel sind Versicherungen. Die erzählen ihnen von Risiken, die sie bisher noch gar nicht gekannt haben. Und sei das Risiko auch noch so klein, es gibt Kunden, die einen Versicherungsvertrag abschließen. Für die Versicherung ist das natürlich nicht schlimm. Die machen nämlich so Geschäfte.

Es gibt aber auch noch einen anderen Bereich, der genau so arbeitet. Und das ist unsere grüne Energiepolitik. Was man uns da tagtäglich über dieses hochgefährliche CO2 erzählt, das geht auf keine Kuhhaut. Man bekommt es ja schon mit der Angst zu tun, wenn man ausatmet. Uh, soviel CO2. Und das wird dann auch noch mit Studien untermauert. Auch in diesem Fall werden die Studien vom Auftragsgeber bezahlt. Und die Ergebnisse stehen definitiv schon vorher fest.

Ein Beispiel

Nach wie vor ist ja ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen ein Steckenpferd der Grünen. Da wird geschwafelt von Einsparpotentialen bis zu 20 Prozent. Wenn man das mal genauer überprüft, dann bleibt davon nicht übermäßig viel übrig. Zum einen ist der Benzinverbrauch von Autos im Stadtverkehr nach wie vor am höchsten. Und dort würde sich das Tempolimit überhaupt nicht auswirken. Zum anderen stellt sich die Frage, wann sind sie das letzte Mal schneller als 130 km/h auf der Autobahn gefahren. Und jetzt noch einmal. Da wollen die Grünen tatsächlich 20 Prozent des CO2-Ausstoßes durch ein Tempolimit einsparen. Ich erinnere nochmal an Dr. Marlboro.

Ein neues Märchen

Wenn man mit solchen Geschichten nichts mehr erreicht, mittlerweile hat auch der Blödeste begriffen, dass dieses Tempolimit eine Nullnummer ist, dann muss man die Strategie ändern. Und der Deutsche ist sehr sensibel, wenn es um Geld geht. Und so hat der kluge Roland einen rausgehauen. Bis zu 900 Mrd. Euro soll uns der Klimawandel kosten. Nicht die Energiewende, nein, der Klimawandel.
Die Grünen behaupten ja immer wieder, dass Starkwetterereignisse wie beispielsweise an der Ahr durch den Klimawandel zunähmen. Es gibt dafür zwar keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, aber die Behauptung steht einmal im Raum. Und viele glauben das sogar. Kinder glauben ja auch an den Weihnachtsmann.
Und die Bewältigung solcher Ereignisse kosten nun mal Geld. Viel Geld. Bis zu 900 Mrd. Euro. Hat der Habeck gesagt.

Wie hat der Habeck das jetzt gemacht?

Ich glaube noch nicht einmal, dass der Habeck das selbst gemacht hat. Der dürfte dafür viel zu doof sein. Aber er hat ja Staatssekretäre. Und die haben eine Studie in Auftrag gegeben, die das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) und die Prognos AG am 06. März vorgestellt haben.

In dieser Studie gehen Forscher davon aus, dass sich Extremwetterlagen bis 2050 bis um das Fünffache erhöhen könnten. Das ist für mich zwar wissenschaftlicher Nonsens, es gibt dafür wirklich keine Anzeichen, aber zunächst müssen wir damit leben. Dass dadurch natürlich immense Schäden entstehen können ist auch mir klar. Und so stellt diese Studie dar, dass der Klimawandel allein die Bundesrepublik Deutschland 280 bis 900 Milliarden Euro kosten könnte. Dass in der Öffentlichkeit natürlich nur die 900 Milliarden Euro kommuniziert werden, dürfte auch klar sein.

Und natürlich sind auch schon die Schuldigen gefunden. Autos und Wohnungen. Als Ergebnis kommt dann natürlich heraus, dass die Verbrenner und die Heizungen mit fossilen Brennstoffen die Schuldigen sind. Es ist schon erstaunlich, wie gut die Ergebnisse in die grüne Philosophie passen.

Meine Zweifel

Dass die Ergebnisse die Ideologie unserer Klima-Fanatiker stützen, ist an sich schon alleine Grund genug, Zweifel zu hegen. Was mich aber wiederum unwahrscheinlich stutzig macht, ist die riesige Spanne bei den möglichen Kosten. Da wird tatsächlich eine Spanne angegeben von knapp 300 bis 900 Mrd. Euro. Der Höchstbetrag ist dreimal so hoch wie der untere. Also, das ist für mich ein klares Indiz, dass man eigentlich gar nichts weiß. Oder dass es so viele Variablen gibt, dass man eigentlich keine seriöse Aussage treffen kann. Trotzdem trägt man die Geschichte in die Öffentlichkeit. Nun ja, Habeck ist halt ein Märchenerzähler.

Was lässt man allerdings weg?

Es ist schon interessant, dass uns immer wieder Zahlen um die Ohren gehauen werden, die die Kosten das Klimawandels betreffen. Über die Kosten die die Energiewende betreffen, wird aber so gut wie nie gesprochen. Laut statista kostet die Energiewende bereits heute schon 500 Mrd. Euro. Und das ist erst der Anfang. Es ist also durchaus davon auszugehen, dass uns die Energiewende wesentlich teurer zu stehen kommt als der gesamte Klimawandel. So hatte der Ökonom William D. Nordhaus ermittelt, dass die globale Erwärmung erst ab 3,5 Grad teurer würde als die Kosten der Treibhausgas-Reduzierung. Für diese Forschung wurde er sogar mit dem Wirtschaftsnobelpreis bedacht.

Weitere wissenschaftliche Fehler

Es gibt noch einen weiteren wissenschaftlichen Fehler. Den habe ich auch schon in der Vergangenheit immer wieder mal erwähnt. Es gibt da nämlich Modellrechnungen, die die Erderwärmung in Abhängigkeit zur CO2-Konzentration berechnen. Von Umweltfanatikern wird dabei gerne die Modellierung RCP (repräsentativer Konzentrationspfad) 8.5 herangezogen. Diese Modellierung geht davon aus, dass sich die CO2-Konzentration von derzeit 420 ppm (parts per Million) auf 1.400 ppm ansteigen würde. Das wäre aber nicht einmal möglich, wenn in dieser Welt sämtliche fossilen Energieträger verbrannt würden. Seriöse Wissenschaftler warnen sogar davor, dieses Szenario weiter zu verwenden. Die US-Regierung hat die Nutzung dieser Modellierung mittlerweile sogar verboten.
Die aktuelle Entwicklung verläuft sogar unterhalb des Szenarios 4.5. Das würde zwar auch eine globale Erwärmung von 1,5 bis 2 Grad bedeuten, ist aber weitab von den apokalyptischen Szenarien, die unsere Klimafanatiker so beschwören.

Schäden durch den Klimawandel

Noch eine Überlegung zum Schluss. Wenn man den Grünen glaubt, dann stehen uns apokalyptische Schäden durch den Klimawandel bevor. Interessanterweise haben aber die Menschen gelernt, sich vor den Auswirkungen solcher Ereignisse zu schützen. Obwohl die Weltbevölkerung sich in den letzten hundert Jahren vervierfacht hat, sinken die wetterbedingten Opferzahlen deutlich. Wenn man dann noch betrachtet, dass beispielsweise Großstädte in Hochwassergebieten massiv gewachsen sind, dann bleibt von der Klimaapokalypse nicht mehr viel übrig.

Fazit

Wir investieren derzeit unglaublich viel Geld in Klimaschutzmaßnahmen. Dabei wissen wir nicht einmal, ob diese Maßnahmen wirklich Wirkung zeigen werden. Wäre es nicht viel sinnvoller, dieses Geld in Katastrophenschutzmaßnahmen zu investieren? Dann könnte uns nämlich der ganze Klimawandel völlig egal sein.

Um nicht falsch verstanden zu werden. Ich bin kein Gegner von Umweltschutz. Ich halte aber nichts von Ideologien, die fanatisch irgendwelche sinnlose Maßnahmen durchdrücken wollen und dafür wissenschaftlich widerlegte Szenarien benutzen.
Aber was erwarten wir von den grünen Märchenerzählern.

Die Links

Ich hänge ihnen zwei Links an. Der Beitrag von Tichys Einblick ist kurz und knapp. Lesezeit etwa zwei Minuten. Ich hänge ihnen aber auch den Link zu einem Bericht in der Welt an. Der ist sehr ausführlich, Lesedauer etwa sechs Minuten, behandelt das Thema aber umfassend. Ich weiß, dass nicht alle von ihnen darauf Zugriff haben (Bezahlschranke). Wenn sie aber ein Welt-Abo besitzen, dann sollte sie diesen Beitrag unbedingt lesen

Bis zu 900 Milliarden Euro soll der Klimawandel kosten (tichyseinblick.de)

Robert Habeck: Klimaprognose des Ministers – geradezu skandalös falsch – WELT

Ein Kommentar

  1. Für mich als Naturwissenschaftler und (ehemaliger) Feuerwehr-Offizier gibt es 4 ungeklärte Fragen:
    1. Findet derzeit überhaupt ein „Klima-Wandel“ statt? Oder ist es nur eine Klima-Schwankung?
    2. Wenn ja; ist das CO2 der Verursacher? (In den niederländischen Treibhäusern tritt trotz 5fach höherer CO2-Konzentration keine Temperatur-Erhöhung ein)
    3. Wenn ja; hat der Mensch, der nur etwa 3 % des CO2 erzeugt (der Rest von 97 % ist natürlichen Ursprungs), eine Möglichkeit der Einwirkung?
    4. Wenn ja; hat es überhaupt eine Auswirkung wenn Deutschland (das mit 2 % an diesen 3 % beteiligt ist) in die vorindustrielle Steinzeit zurückversetzt wird?

    Wir stehen selbst enttäuscht und seh‘n betroffen // Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“ – (Bertolt Brecht)

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