Natur ist grausam und ungerecht (1)

Stärke durch Widerstandsfähigkeit

Einleitung

In der letzten Zeit muss ich feststellen, dass Staaten alles tun, damit keiner mehr an einer Krankheit stirbt. In diesem Zusammenhang habe ich kürzlich einen Bericht gelesen, in dem Forscher behaupten, dass ab 2029 kein Mensch mehr sterben muss (1. Link). Darüber hinaus hört man in der letzten Zeit immer wieder von Mutationen, die den Menschen gefährden. Und so weiter, und so weiter.

Fakt ist, die Weltbevölkerung hat sich in den letzten knapp 200 Jahren vervierfacht. Um 1850 lebten auf dieser Erde ca. 1,7 Mrd Menschen. Heute sind es fast 8 Mrd. Wenn das so weitergeht, werden im Jahr 2200 auf dieser Erde 32 Mrd Menschen leben. Damit das gut geht, müsste jeder von uns seinen Ressourcenverbrauch um drei Viertel reduzieren. Das bedeutet aber gleichzeitig eine Reduzierung des eigenen Wohlstandes! Und das wäre nicht das Ende. Das Bevölkerungswachstum würde ja nicht gestoppt.

Also, jeder der sich damit beschäftigt, dass Menschen länger leben, sollte sich gleichzeitig darüber Gedanken machen, wie man das Bevölkerungswachstum in den Griff bekommt.

Diese Überlegungen haben mich dazu gebracht, eine Beitragsserie zu folgender Frage zu verfassen.

Wie funktioniert Natur? Auf welchen Prinzipien beruht sie?

Eines noch vorweg. Ich bin kein Biologie-Professor oder sonst etwas. Ich bin nach wie vor ein normal Sterblicher, der sein Schulwissen auspackt, und dann mit gesundem Menschenverstand gewisse Folgerungen zieht. Sie müssen meine Meinung nicht teilen, sie müssen die Texte nicht einmal lesen. Schön wäre es, wenn sie es trotzdem täten.

Grundaussagen

In der Natur geht es immer nur um die Erhaltung der Art.
Die meisten Prozesse funktionieren nach dem Prinzip, der, die, das Stärkste setzt sich durch.
Die Natur befindet sich immer in einem natürlichen Gleichgewicht.
Mutationen passieren in der Natur grundsätzlich zufällig, sie können nicht bewusst gesteuert werden.
Und jetzt schauen sie sich mal die letzten drei Punkte genau an. Kann es sein dass der Mensch mit unterschiedlichsten Mitteln in allen drei Bereichen massiv eingreift?

Der Stärkste setzt sich durch

Ihre Stärke können Arten auf unterschiedlichste Weise zeigen.
Nicht nur Körperkraft oder Schnelligkeit sind Stärken. Auch Reproduktionsraten spielen eine Rolle. Lernfähigkeit kann eine Stärke sein, so hat man schon beobachtet, dass Schimpansen Äste als Waffe nutzen, um Feinde zu vertreiben. Dies ist ihnen nicht angeboren.
Es gibt wahrscheinlich noch vieles mehr. Ich möchte das aber jetzt nicht alles aufzählen.

Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten

Ich will Ihnen heute einmal aufzeigen, dass auch die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten eine ausgesprochene Stärke sein kann.
Dies möchte ich ihnen das an zwei Beispielen erläutern.

Ich kann mich noch an eine Seuche erinnern, die vorwiegend bei Nagetieren, insbesondere bei Hasen ausgebrochen war. Wenn ich mich da richtig erinnere, war das irgendwann in den Siebzigern. Sie hatte damals ordentlich gewütet, und den Bestand der Feldhasen ordentlich dezimiert. Trotzdem hatten sich die Bestände im Nachgang wieder erholt. Die Alten, Schwachen und Kranken blieben auf der Strecke, die jungen Starken bildeten eine neue, gesunde Population.
Dass der Feldhase heute trotzdem auf der roten Liste steht, hat nichts mit Krankheiten zu tun. Hier ist der Mensch mit seiner intensiven Landwirtschaft schuld. Er nimmt dem Feldhasen den Lebensraum. Übrigens, die Hasenpest gibt es immer noch.

Das zweite Beispiel geschah 1988. Sie erinnern sich vielleich noch an das große Seehundsterben. Entgegen erster Vermutungen, die Verschmutzung der Nordsee sei die Ursache, stellte sich später heraus, dass die Ursache ein Staupe-Virus war. Ob die Verschmutzung der Nordsee für die Schwächung des Immunsystems der Robben verantwortlich war, ist nach wie vor umstritten.
Fest steht aber auch hier, dass die Robbenpopulation durch das Virus erheblich dezimiert wurde. Und es steht weiterhin fest, dass sich der Robbenbestand wieder deutlich erholt hat. Wie bei den Hasen sind auch hier die Kranken und Schwachen auf der Strecke geblieben. Die gesunden und starken Tiere waren die Begründer einer neuen, stärkeren Population.

Fazit

Sind diese Mechanismen auf den Menschen übertragbar? Hätten wir mehr Menschen an CoVid-19 sterben lassen sollen? Diese Fragen sind rein hypothetisch.
Letztendlich ist es aber egal, ob Menschen an Krebs, Kreislaufversagen oder CoViD-19 versterben. Es ist Fakt, sterben werden Menschen irgendwann.

Trotz allem müssen wir uns eines zwingend bewußt machen. Alles was wir tun, um Menschen immer älter werden zu lassen, ist wider die Natur. „Jeder Tote ist einer zu viel“, sagte Söder.
Viele Erkrankungen kennen wir heute nur, weil wir viel älter werden als früher. Vor 200 Jahren konnte man manche Krankheit gar nicht bekommen, weil man nicht alt genug wurde.
1870 lag die Lebenserwartung der Menschen bei knapp 50 Jahren. Heute liegt sie in der Nähe von 80. Die immer höher werdende Lebenserwartung ist unter anderem ein Grund für die wachsende Population der Menschen. Die Probleme die sich daraus ergeben, sollten ihnen geläufig sein.
Den Umgang mit diesem Problem müssen wir noch lernen.

https://www.businessinsider.de/tech/ab-2029-koennen-wir-ewig-leben-2016-4/

https://de.wikipedia.org/wiki/Robbensterben_1988

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/185394/umfrage/entwicklung-der-lebenserwartung-nach-geschlecht/

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