Impfgipfel – Erfolg oder doch wieder eine Luftnummer

Was hat der Impfgipfel am 19.02. wirklich gebracht?

Ergebnis 1

Zunächst ein Erfolg: der AstraZeneca wird weiter verimpft. Aber war das wirklich ein Erfolg, oder war das schon vorher klar?
Bei 1,6 Mio verabreichten Impfdosen traten in 7 Fällen Hirn-Thrombosen als Nebenwirkung in Deutschland auf. Drei der Betroffenen verstarben.
Da nach letzten Erkenntnissen ausschließlich Frauen betroffen waren, müssen für eine Risikoanalyse auch nur die Impfdosen gezählt werden, die an Frauen verabreicht wurden. Ich gehe davon aus, dass ich mit der Hälfte in etwa richtig liege. Das heißt, bei 800.000 Impfungen traten 7 Fälle auf, also etwas weniger als 1 Fall von 100.000 Impfungen. Ein so geringes Risiko hätte es nach den entsprechenden Arzneimittelverordnungen nicht mal auf den Beipackzettel geschafft.
Allein aufgrund dieser Zahlen hätte ich die Impfungen nicht einmal unterbrochen.
Dass jetzt mit diesem Impfstoff weiter geimpft wird, ist also kein Ergebnis des Impfgipfels, sondern war einfach zwingend geboten.

Ergebnis 2

Von der bisherigen Impfreihenfolge wird nicht abgewichen. Auch das Verfahren mit den zentral verwalteten Impfzentren wird beibehalten. Das beinhaltet auch die Situationen, dass Impflinge (80 jährig) manchmal 50 km weit fahren müssen, um ihren Termin wahrzunehmen.
Es handelt sich also lediglich um eine Bestätigung des bisherigen Kurses.
Mein Urteil lautet: eine Konferenz, die als Ergebnis ein „weiter so“ ergibt, hätte man sich sparen können.

Ergebnis 3

Nach Ostern soll auch in den Hausarztpraxen geimpft werden. Endlich traut man diesen zu, dass sie in der Lage sind, eine entsprechende Verordnung zur Impfreihenfolge umzusetzen. Trotzdem behält man die Bürokratiekrake mit den Impfzentren bei. Diese sollen ab der 14. KW 2,25 Mio Dosen wöchentlich bekommen.
Der Rest soll dann durch die Hausärzte verimpft werden. Die Menge entspricht etwa 20 Impfdosen pro Woche. Das wird das Impftempo deutlich erhöhen, Gelächter.
Dabei soll der Bürokratieaufwand möglichst gering gehalten werden. Normalerweise ist der nicht übermäßig hoch. Eintrag in den internationalen Impfpass, das wars.
Jetzt kommen wahrscheinlich noch Meldungen an das RKI (wahrscheinlich über das lokale Gesundheitsamt) noch dazu. Meine liebe BRD, halte diese Meldung kurz, dann wird der bürokratische Aufwand leistbar sein.

Zusammenfassung

Waren diese Entscheidungen nun ein Erfolg des Gipfels? Ich sage ein deutliches nein. Zum einen gab es Beschlüsse mit dem Ergebnis „weiter so“, also letztlich keine. Und die Entscheidung die Hausärzte in die Impfstrategie mit einzubeziehen, hätte von Anfang an so getroffen werden müssen.
An der Zusage, jedem Impfwilligen bis Ende des Sommers ein Impfangebot zu machen, hält die Kanzlerin fest. Hoffentlich kommt genügen Impfstoff.
Dass in diesem Zusammenhang wieder einmal eine Verschärfung des Lockdowns gefordert wird, ist nicht überraschend, sondern eher eine Randerscheinung.

https://www.n-tv.de/politik/Die-Impfgipfel-Beschluesse-im-Uberblick-article22438598.html

https://www.deutschlandfunk.de/nach-dem-impfgipfel-wir-brauchen-einfach-mehr-impfstoff.694.de.html?dram:article_id=494439

https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-reaktionen-impfgipfel-101.html

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