Lohnt sich Leistung noch?

Die Kyoto Tachibana S.H.S. Band

“Es gibt zwei Möglichkeiten, Karriere zu machen. Entweder leistet man wirklich etwas, oder man behauptet, etwas zu leisten. Ich rate zur ersten Methode, denn hier ist die Konkurrenz bei weitem nicht so hoch.“
Danny Kaye

Wo ist die Leistung geblieben?

Deutschland geht den Bach runter. Und irgendwie ist das nicht überraschend. Da haben wir ein Bürgergeld, dass so hoch ist, dass es sich für viele nicht mehr lohnt, zu arbeiten. In der SPD redet man sogar von einem bedingungslosen Grundeinkommen. Das bekommt jeder, egal ob er was tut oder auch nicht. Da fordern Linke die Vier-Tage-Woche, natürlich bei vollem Lohnausgleich.
In den Schulen gibt es in den ersten vier Schuljahren keine Noten mehr, zumindest in einigen Bundesländern. Und wenn es nach den Grünen geht gibt es bald auch keine Abiturprüfungen mehr. Das würde ja die Schwächeren diskriminieren.

Auch die Universitäten sind nicht mehr besser. Wer nichts kann, der studiert halt Genderwissenschaften. Da muss man nichts können. Und einen Doktor gibt es noch oben drauf. Aber einen produktiven Job kann man damit nicht ausführen.

Ich frage mich da nur, wohin soll das mal gehen mit einer solchen leistungslosen Gesellschaft. Und vor allem ist es für mich problematisch, wenn man den Kindern schon in der Schule näherbringt, dass Leistung eigentlich nicht mehr erforderlich ist.

Die Kyoto Tachibana Senior High School (Link in englisch)

In diesem Zusammenhang bin ich bei Danisch auf einige YouTube-Clips einer japanischen Schulband gestoßen. Ich habe ihnen am Ende einige Links angehängt, die ihnen einen Eindruck vermitteln können. Sie müssen die auch nicht konzentriert anschauen. Sie können die auch einfach beim Frühstück mal nebenherlaufen lassen.
Diese Schulband gehört also zur Kyoto Tachibana Senior High School. Es handelt sich dabei um eine Privatschule, mit etwa 1.000 Schülern. Und die betreiben mit den Schülern eine Band, die wohl in Japan einen ausgesprochen guten Ruf hat. Geben sie doch bei YouTube nur einfach mal den Begriff Kyoto Tachibana SHS ein. Da tauchen Clips auf ohne Ende.
Und das machen die jungen Leute neben dem normalen Schulbetrieb. Ich gehe mal davon aus, dass die mindestens dreimal die Woche gemeinsam trainieren, vielleicht auch noch mehr. Und die Musikinstrumente wollen auch noch beherrscht sein.

Die Band

Screenshot aus Clip 1

Die Band ist eine größere Blaskapelle, die allerdings nicht nur Musik macht, sondern das auch noch mit einer außerordentlichen Choreographie verbindet. Besonders deutlich wird das im Clip 5, der im Stadion produziert worden ist. Ich kann nur sagen, das ist der Wahnsinn.

Marsch mit Musik

Ich war, wie sie wissen, Soldat in der Bundeswehr. Zu meiner Zeit gab es da noch die berühmtberüchtigte Formalausbildung. „Im Gleichschritt Marsch“, „rechts schwenkt Marsch, links schwenkt Marsch“. Wie habe ich diese Kommandos gehasst. Konzentration und Disziplin, ja, darum ging es. Und es war anstrengend. Und dann kam auch noch Gesang dazu. „Rührt euch, ein Lied“, und es wurde gesungen. Nicht schön aber laut. 90 Minuten mindestens einmal pro Woche. Vor größeren Veranstaltungen auch schon mal noch mehr.
Und allein das Marschieren mit Gesang musste geübt werden. Das klappte nicht von allein. Und da war noch keine besondere Choreographie dabei.
Und jetzt werfen sie mal einen kurzen Blick in den Clip Nummer 1.

Leistung in der japanischen Gesellschaft

Wir sollten bei aller Begeisterung natürlich nicht vergessen, dass der Bezug zu Leistung in Japan anders ist als in der westlichen Welt. Das grenzt bei den Kindern schon häufig an Drill. Da darf man durchaus fragen, was das noch mit Kindererziehung zu tun hat. Auf der anderen Seite stehen dann allerdings junge Menschen, die auch im Berufsleben ihre Leistung erbringen.
Typen wie Kevin Kühnert oder Ricarda Lang dürften sie in Japan nur sehr selten finden.
Im Gegenteil. Für die Menschen dort ist es eine Ehre, für ihr Unternehmen zu arbeiten. Wenn man den unterschiedlichen Berichten und Dokumentationen Glauben schenken darf, sind Überstunden dort die Regel. Teilweise auch unbezahlt. Wer dort immer pünktlich zuhause ist, bringt sich nicht richtig in sein Unternehmen ein. Das ist ehrlos. Dass diese Grundeinstellung sich natürlich auch im Bildungssystem widerspiegelt, dürfte nicht überraschen.

Identifizierung mit Schule und Universität

In Deutschland identifiziert sich kaum einer mit seinem Bildungsinstitut. Schuluniformen sind verpönt, weil sie so was Militärisches haben. Man geht hin, greift Bildung ab, der eine mehr, der andere weniger, das war es.
In anderen Ländern ist das deutlich anders. In den USA betreiben viele Universitäten und Colleges eigene Sportmannschaften. Und sie glauben nicht, wie viele Olympiasieger ihren Ursprung aus solchen Mannschaften hervorgegangen sind. Ein typisches Beispiel dafür ist der Sprinter Carl Lewis. Auch viele US-Eishockeyspieler stammen aus solchen Universitätsmannschaften. Und die Rudermannschaften der englischen Universitätsmannschaften aus Oxford und Cambridge sollten wir auch nicht vergessen.

Es gehört einfach zum guten Ton, sich für sein Institut einzubringen. Wer es nicht tut ist da schnell ein Außenseiter. An dieser japanischen Schule macht man halt Musik.
So etwas ist in Deutschland kaum denkbar. Als ich noch zur Schule ging, da hatten wir einen Schulchor. Aber dessen Reichweite war auf die Schule beschränkt. Ich nehme mal an, dass sich das auch heute nicht geändert hat. Wenn, dann sicherlich nicht zum Besseren.

Was hat Sport oder Musik aber mit Leistung zu tun?

Mit einer zukünftigen Berufsausbildung hat Sport und Musik sicherlich nur wenig zu tun. Allerdings kann ich auch in diesen Fächern Grundeigenschaften anerziehen und trainieren. So sind Leistungsbereitschaft und Selbstdisziplin unabdingbar für ein späteres erfolgreiches Leben. Auch Fleiß ist eine Eigenschaft, die sehr nützlich sein kann. Und wenn dann diese Eigenschaften mit Erfolg verbunden werden, das ist im Sport und eben dieser Art von Musik sehr gut möglich, dann werden die jungen Leute die auch mit in ihr späteres Leben übertragen.

Fazit

Eine leistungslose Gesellschaft ist dem Untergang geweiht. Das muss irgendwann auch der links-grünen Blase klar werden. Und wenn es halt die alten weißen Männer sind, die diese Leistung erbringen, dann sollte man die nicht auch noch dafür beschimpfen.
Ich bin schon für einen gewissen Leistungsdruck. Auch schon in der Grundschule. Man muss es ja nicht unbedingt so treiben wie die Japaner. Vielleicht gibt es ja einen angemessenen Mittelweg.

Und nun noch einige Links zu dieser in meinen Augen phantastischen Band

  1. Bei einer Freiluftveranstaltung mit Einmarsch (15:08, ab Minute 7)
  2. Auf der Bühne (3:50)
  3. Auf einem öffentlichen Platz (14:56 ab Minute 5)
  4. Bei einem Umzug (20:04 ab Minute 2)
  5. Im Baseball Stadion (13:56 interessant ab Minute 5)

Noch ein Nachtrag

Im Moment läuft der Clip 1 so nebenher. Und da fällt mir auf, wie lange die ununterbrochen spielen. Jede Feuerwehrkapelle hätte da schon dreimal Pause gemacht. Auch dafür ist erhebliches Training erforderlich.

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