Die Evakuierung – des Dramas letzter Teil

„Selbst Blindgänger können einschlagen wie eine Bombe!“
Wolfgang Mocker, deutscher Journalist und Autor

Die fremden Truppen haben Afghanistan verlassen. Die Taliban werden wieder stärker. In den letzten zwei Wochen sind sie massiv auf dem Vormarsch. Mitte letzter Woche haben sie sich über 30 Distrikte wiedergeholt. Sie sind nicht mehr weit von Kabul entfernt.

Die deutsche Politik diskutiert

Zeitgleich diskutiert man in Deutschland ob und wie man die ehemaligen afghanischen Helfer deutscher Institutionen nach Deutschland holt. Über Deutsche Staatsbürger spricht keiner. Letzten Freitag stehen die Taliban unmittelbar vor Kabul. Normalerweise müsste jetzt im Kanzleramt Krisenstimmung herrschen. Aber von der Kanzlerin hört man nichts, sie macht Wahlkampf. Die Verteidigungsministerin macht auch Wahlkampf. Sie backt über 100 Flammkuchen. Einzig der Außenminister tritt vor die Medien und beurteilt die Lage. Man müsse was tun… Richtig. Man tut aber nichts.

Über die Ortskräfte müssen wir uns wohl keine Gedanken mehr machen. Kabul sollte bis Montag gefallen sein. Und genau so kommt es. Der Präsident Afghanistans haut ab, Kabul wird den Taliban kampflos übergeben.

In Deutschland macht man sich lieber Gedanken über Klima und gendergerechte Sprache. Die Krise ist unwichtig und wird hinten an gestellt.

Wir müssen Evakuieren

Jetzt muss doch evakuiert werden, schnell. Andere Nationen haben das schon in der Vorwoche abgeschlossen. Die Deutschen und die Amerikaner kommen eigentlich zu spät.
In Deutschland gibt es speziell ausgebildete Kräfte für Evakuierungoperationen (EvacOp). Wir finden sie in der DSO (Divisione spezielle Operationen). Fallschirmjäger gehören dazu. Das Kommando Spezialkräfte sollte nach einigen Skandalen aufgelöst werden. Es wurde dann doch nur umstrukturiert, und ist noch nicht voll Einsatzbereit. Jetzt könnte man die gut gebrauchen (Bericht KSK).

Wie dem auch sei. Bei den Fallschirmjägern gibt es Kräfte für solche Fälle im Stand By. Trotzdem brauchen die Vorbereitungszeit. 600 Soldaten sollen an den Flugplatz Kabul verlegt werden. Sie sollen die Evakuierung ermöglichen. Soviel wie möglich Deutsche und ehemalige Ortskräfte rausholen. Das ist der Auftrag.

Die Situation am Flughafen Kabul

Am Flugplatz herrscht Chaos. Der Flugplatz ist von Flüchtlingen überrannt. Teilweise ist Start und Landung von Flugzeugen nicht möglich.

Ich erinnere mich noch, 2002 lag da noch ein Minengürtel um den Flugplatz. Der hätte die Leute vom unkontrollierten Sturm abgehalten. Den haben wir Deutschen weggeräumt. Einen Zaun gibt es allerdings nicht.
Die Taliban greifen derzeit noch nicht ein. Ich bin mir aber ziemlich sicher, sie könnten wenn sie wollten. Den Flugplatz abgeriegelt haben sie schon.

Die Deutschen denken an Menschen, die sich derzeit in Kabul aufhalten. Was ist aber mit denen, die noch in Kunduz, Mazar e Sharif oder sonstwo unterwegs sind?

Interessant ist auch, dass mithilfe der Bundeswehr ein Master-Studiengang für „Gender- and Women-Studies“ an der Kabuler Universität eingerichtet wurde. (Das wusst ich nicht einmal.) War bestimmt eine Idee vom links-grünen Milieu. Natürlich wird der sofort beendet. Dass die jungen Frauen in einer erheblichen Gefahr sind, dürfte jedem klar Denkenden einleuchten. Auch die müssten schnellstmöglich raus. Wenn das überhaupt noch möglich ist
Und die Politik eiert rum. Sucht Ausflüchte. Nicht die Bundesregierung, nein die internationale Gemeinschaft habe die Lage falsch eingeschätzt. (Siehe auch Link 1)

Warum schon wieder Chaos

Wieder einmal ist die Bundesregierung blauäugig in ein Desaster gerutscht. Ich kann mich noch an 2002 erinnern. Da hatte die Truppe schon Exit-Strategien entwickelt. Das es solche Pläne auf Ebene der Bundesregierung nicht gibt, ist unprofessionell. Ich bin mir sicher, dass aufgrund dieser Nachlässigkeit Menschen sterben werden. Federführend ist in diesen Angelegenheiten der Außenminister. Aber ich glaube nicht, dass dieses Hänschen im Frack das überhaupt weiß. Schuld sind nachher die Anderen. Im Zweifel schiebt man es auf die Bundeswehr. Übrigens eine Bundeswehr, die von Merkel und Co. in den letzten zwanzig Jahren regelrecht kaputt gespart worden ist.

Ich bin mal gespannt, wie jetzt die Medien ragieren.

Fazit

Zu den vielen Fällen von Totalversagen in der Merkel-Ära kommt noch einer dazu. Diesmal kostet das Versagen aber Menschenleben. Ob die Coronatoten vermeidbar gewesen wären, darüber kann man streiten. Wenn jetzt aber Deutsche oder Ortskräfte im Dienste deutscher Organisationen von den Taliban umgebracht werden, dann geht das eindeutig auf das Konto von Regierungsversagen. Und das kann die Kanzlerin nicht mehr aussitzen, oder doch?

Noch eine Empfehlung für die Grünen und FFF

Was haltet ihr eigentlich davon, jetzt nach Afghanistan zu gehen und dort für Gender und Klima zu streiken. Da könntet ihr jetzt viel bewegen.

Die folgenden Links habe ich alle bei Tichys Einblick gefunden.

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