Wer ist eigentlich Giorgia Meloni?

Gestern wurde sie als die neue italienische Ministerpräsidentin vereidigt

„Es ist unglaublich, wieviel Geist in der Welt aufgeboten wird, um Dummheiten zu beweisen.“
George Orwell (irischer Schriftsteller)

Die Wahl in Italien

Es dürfte ihnen nicht entgangen sein, dass vor wenigen Wochen Wahlen in Italien stattgefunden haben. Genau so wenig dürfte ihnen entgangen sein, dass ein Mitte-Rechts-Bündnis die Wahl gewonnen hat. Und der Sieg war deutlich.
Darüber hatte ich an dieser Stelle schon berichtet.

Angriffe gegen Giorgia Meloni

Neben dem üblichen Framing gegen Rechts hat man aber auch Giorgia Meloni teilweise persönlich angegriffen. Und was man da so alles an Dingen erfunden hat. Sie habe in der Jugend für den Duce, Benito Mussolini, geschwärmt. Er habe für Italien auch sehr viel gutes getan. Zu dieser Aussage kann man stehen wie man will. Aber wird man deshalb schon zu einem Nazi?
Ihr Vater hätte nachdem er seine Familie verlassen hat als Drogenkurier gearbeitet. Selbst wenn es so wäre, wird man automatisch zu einem Rechten , wenn der Vater oder die Mutter straffällig wird.
Selbst ihre Liebe für Fantasy Romane wird ihr jetzt schon als Rechtstendenz ausgelegt. Und damit wird es absurd.

Wie dem auch sei, die links-grüne Medienlandschaft hat alles versucht, um Meloni unmöglich zu machen. Und natürlich spielt die Politik kräftig mit. Tja, so ist der europäische Ökosozialismus halt. Alles was gefährlich erscheint, muss frühzeitig weggebissen werden. Wie es geht, fragen wir Nancy Faeser. Die hat da schon Übung.

Wer ist also diese Giorgia Meloni

Und genau deshalb habe ich mich entschlossen, mich mit dieser Person etwas näher zu beschäftigen.
Zunächst habe ich mal bei Wikipedia nachgelesen. Sie wurde am 15. Januar 1977 in Rom geboren. Ihr Vater war Steuerberater. Meloni bezeichnet ihn als überzeugten Kommunisten. Er verließ die Familie als sie ein Jahr alt war und wanderte auf die Kanaren aus.

So wuchs sie mit ihrer Schwester Arianna bei ihrer Mutter auf. Über ihre schulische Ausbildung wird nur berichtet, dass sie das Gymnasium mit Bestnoten abgeschlossen hat. Danach habe ich nur noch herausgefunden, dass sie eine Sprachenausbildung an der Hotelfachschule abgeschlossen habe. Man sagt, sie spräche neben ihrer Muttersprache Italienisch auch noch Englisch, Französisch und Spanisch fließend.
Wenn ich das mal mit unserer Außenministerin vergleiche. Da ist man ja froh, dass die wenigstens ihre Muttersprache einigermaßen fließend spricht.

Mir erscheint es auf jeden Fall so, dass wir es mit einer überdurchschnittlich gebildeten Person zu tun haben. Was daran rechts sein soll, weiß ich allerdings nicht. Vielleicht ist sie den Dummen gegenüber unsolidarisch, wer weiß?

Die politische Karriere

Dazu will ich gar nicht so viel schreiben. Wer da genaueres wissen will, kann das sehr gut bei Wikipedia nachlesen. Fest steht, dass sie schon während ihrer Schulzeit politisch tätig war. Wenn ich das alles richtig verstehe, war sie schon immer eher dem rechten Spektrum zuzuordnen. Ich mache noch einmal richtig deutlich, dass das nichts mit rechtsradikal oder Nazi zu tun hat. Rechts meint in diesem Zusammenhang konservativ national.

2012 gründet sie gemeinsam mit Ignazio La Russa und Guido Crosetto die Partei Fratelli d’Italia. Schon 2014 wird sie deren Vorsitzende. Und 2022 erringt sie mit ihrer Partei einen Wahlsieg, der sie zur Ministerpräsidentin Italiens macht. Übrigens ist sie die erste Frau an der Spitze Italiens.

Ihre Partei wird bei Wikipedia als postfaschistisch bezeichnet. Allein dieser Begriff ist Schwachsinn. Faschistisch ist eine politische Richtung. Also ist man entweder faschistisch, oder man ist es nicht. Postfaschistisch ist wieder einmal so ein typisches Framing von unseren sozialistischen Medien. Ja, auch Wikipedia zähle ich dazu.

Was hat sie in der Vergangenheit gesagt

Bei diesen Aussagen stütze ich mich auf einen Beitrag, der bei Tichys Einblick erschienen ist. Ich halte ihn für ausgesprochen lesenswert. Dort sind verschiedene Aussagen von ihr veröffentlicht worden.

Meinungsfreiheit

So soll sie gesagt haben, dass „unser Recht auf freie Meinungsäußerung“ angegriffen werde und „tagtäglich im realen Leben, in den Medien und in den sozialen Netzwerken von der Diktatur der politischen Korrektheit in den Händen der Oligarchen des Silicon Valley zensiert“ werde. Allein diese Aussage hat dazu geführt, dass man ihr entsprechendes Video auf YouTube gelöscht hat. Ich finde, dass man damit ihre Aussage voll umfänglich bestätigt.
Und wenn man Umfragen in Deutschland zum Thema Meinungsfreiheit auswertet, dann wird ihre Aussage damit deutlich untermauert. Für unsere linke Blase ist sowas natürlich voll Nazi.

Familie

2019 sprach sie beim „Weltfamilienkongress“ in Verona. Dort meinte sie mit Blick auf die vereinte Linke: „Sie sagten, es sei skandalös für die Menschen, die natürliche Familie zu verteidigen, die auf der Ehe basiert, die Geburtenrate erhöhen zu wollen, dem menschlichen Leben den richtigen Wert beimessen zu wollen, die Freiheit in der Bildung zu unterstützen und Nein zur Gender-Ideologie zu sagen.“ Sie stellte klar, dass sie für das Recht einer Frau kämpfen würde, Mutter zu sein.

Sie können sich vorstellen, wie das bei uns aufgenommen wird. Da kommt dann gleich, man würde die Frau auf ihre Mutterrolle reduzieren. Aber das ist doch totaler Quatsch. Entscheidend ist doch, dass man es respektiert, wenn sich eine Frau für diese Rolle entscheidet. Bei den Grünen ist das natürlich schwer zu verstehen. Wenn ich da diese Voldeppen sehe, von denen ist definitiv keine als Mutter geeignet. Als Vater auch nicht. Vielleicht der Habeck, der kann ja gut Märchen erzählen…

Zur Familie sagt sie weiterhin:“ Die Familie wird angegriffen, die wesentliche Keimzelle für die Zeugung, Erziehung und Bildung unserer Kinder, das Zentrum der Zuneigung und Solidarität zwischen den Generationen, der erste Ort der Zugehörigkeit. Die sexuelle Identität wird angegriffen, die die LGBT-Lobbys durch Gender-Propaganda in den Schulen, in den Medien, in den Institutionen mit dem Prinzip des „self id“ – ich bin nicht, was ich bin, sondern was ich fühle – demontieren wollen, was vor allem die Rechte und Errungenschaften der Frauen angreift.“
Das sind Worte, die ich sofort unterschreiben würde. Das sehe ich absolut genau so.

Islam

Weiterhin muss man wissen, dass Meloni Katholikin ist. Ob strenggläubig, das weiß ich nicht. In diesem Zusammenhang hat sie folgendes gesagt. „Unsere Spiritualität, unser Sinn für das Heilige und unsere christlichen Wurzeln werden im Namen des absoluten Relativismus und des aggressiven Atheismus angegriffen, die letztlich den Weg für fundamentalistischen Proselytismus ebnen. So wird die Laizität des Staates als Knüppel gegen die Symbole des Christentums eingesetzt, während man so tut, als ob man nicht sehen würde, dass in Europa ganze Stadtviertel dem islamischen Recht unterworfen sind.“

Das widerspricht natürlich dem deutschen Grundsatz, der Islam gehöre zu Deutschland. Sie wissen, wie ich dazu stehe. Was dabei aber deutlich wird, unter Meloni wird es in Italien nicht möglich sein, dass der Muezzin zum Gebet ruft. In Köln ist das schon Realität. Und wieder die Frage: ist das schon rechts? Ja natürlich ist das rechts, aber eben nicht rechtsextrem oder Nazi. Nur weil wir Deutschen an nichts mehr glauben außer an die Klimakatastrophe, müssen das doch andere Länder nicht auch tun.

Und was sagt sie von sich selbst?

„Ich bin Giorgia, ich bin eine Frau, ich bin eine Mutter, ich bin Italienerin, ich bin eine Christin: das werden sie mir nicht nehmen! Es muss klar sein, dass die Liebe zum Vaterland nicht bedeutet, nicht an Europa zu glauben, denn Nation und Europa sind keine widersprüchlichen Werte. Nur die bösgläubigen Linken können dies behaupten, denn sie haben das Vaterland immer gehasst und begannen Europa erst zu lieben, als sie zu Waisen der Sowjetunion wurden. Sie versuchten nämlich, das Europa der Völker und der Vielfalt in eine Art Sowjetstaat zu verwandeln, in dem es nur noch Bürokratie, Vorgaben von oben und Homologation gibt.“
Ob sie dabei in Richtung Deutschland geschaut hat? Möglich wäre es.

Und auch der Patriotismus spielt bei ihr eine Rolle. So sagt sie: „Ich bin stolz darauf, ein italienischer Patriot und ein europäischer Patriot zu sein. Das hält mich aber nicht davon ab, die derzeitige Europäische Union zu kritisieren, eine Karikatur der europäischen Zivilisation, die Unterschiede aufheben will, die uns absurde Richtlinien für die speziellsten Aspekte unseres Lebens aufzwingen will, die uns vorschreiben will, wie wir unsere Kinder erziehen sollen, die die Produkte unserer Spitzenleistungen angreifen will.“

Und weiter führt sie aus: „Es gibt, meine Freunde, ein anderes mögliches Europa … Wir müssen zusammenarbeiten, damit das Europa nach Merkel ein Europa der Konservativen, ein Europa der Patrioten ist.“
Hier spricht sie deutlich an, was sie von der Zeit nach Merkel erwartet. Auch ich sehe die Zukunft eben nicht in den vereinigten Staaten von Europa. Ich sehe die EU als Bündnis selbstständiger Staaten. Nichts anderes sagt sie auch.

Zusammenfassung

Meloni ist für mich eine konservative Frau, die es durch Leistung an die Spitze Italiens geschafft hat. Sie brauchte dafür keine Quote oder sonstige Förderungen. Sie überzeugte wohl immer durch Leistung, und ist dem Volke immer nah geblieben. Es wird auch berichtet, dass sie selbst als Spitzenpolitikerin keine Privilegien beansprucht. So soll sie einmal in einer Schlange vor einer Bäckerei angestanden haben. Sie ist populär, und man wollte ihr bereitwillig den Vorrang geben. Sie soll das abgelehnt haben. Die italienischen Wähler haben das jetzt honoriert.

Ich finde, unsere Politiker, insbesondere die weiblichen Schreihälse von den Grünen, könnten sich von dieser Dame eine große Scheibe abschneiden. Und egal, was sie von mir denken. Ich ziehe den Hut vor ihr. Menschen wie sie sind geeignet, mir mein Vertrauen in die Politik zurückzugeben.

https://reitschuster.de/post/sind-fantasy-romane-nur-etwas-fuer-rechte/

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