Hybrid-Fahrzeuge – eine Mogelpackung

Woran erkennen sie ein vollelektrisches Fahrzeug auf der Autobahn?
Das sind die Fahrzeuge, die sie normalerweise auf der linken Spur erwarten. Und jetzt fahren sie mit 80 km/h ganz rechts, weil sonst der Strom bis zur nächsten Ladestation nicht reicht.

Woran erkennen sie einen E-Hybrid auf der Autobahn?
Das sind die Fahrzeuge, die wie gehabt ganz links über die Autobahn heizen. Sie haben aber ein „E“ im Kennzeichen.

Vor wenigen Tagen hatte ich mich diesem Thema schon in einem Bericht gewidmet. Eigentlich war auch alles gesagt
Jetzt kommt aber eine Überraschung. Da ist tatsächlich ein Artikel bei den Staatsmedien erschienen, der nicht nur das Thema aufgreift, nein, der vielmehr meine Ansichten bestätigt.
Es geht wieder einmal um das leidig Thema von Hybrid-Fahrzeugen. Dabei hat das Fraunhofer Institut Karlsruhe einige Dinge festgestellt, von denen ich von Anfang an überzeugt war.

Die Erkenntnisse des Institutes

1. Hybridfahrzeuge sind für viele der Einstieg in die Elektromobilität. Man will auf der einen Seite umweltbewusst fahren, aber auf der anderen Seite auf Reichweite nicht verzichten. Grundsätzlich ist dieser Ansatz durchaus löblich.

2. Jetzt hat das Institut allerdings weltweit Daten zur Nutzung dieser Fahrzeuge ausgewertet. Ein Feststellung war, dass Dienstwagen deutlich seltener an der Ladestation hingen, als Privatfahrzeuge. Im Ergebnis zeigte sich, dass Dienstwagen nur 18 % elektrisch unterwegs waren. Private Fahrzeuge kamen immerhin auf 43 %. Eine bessere Öko-Bilanz als ein Verbrenner hätten diese Hybride allerdings erst ab einer Nutzung von 50% im E-Betrieb.
Nach diesen Erkenntnissen sind diese Hybride größere Dreckschleudern als mein Diesel.

3. Durch den deutlich höheren Anteil an der Nutzung im Verbrennermodus sind die Verbrauchsangaben der Hersteller natürlich Makulatur. Der Porsche, den ich in dem oben angegebenen Bericht betrachtete, war mit einem Verbrauch von 2l/100 km angegeben. Ich bin da schon von wesentlich mehr ausgegangen. Das Fraunhoferinstitut schätzt in diesen Fällen den Durchschnittsverbrauch auf 4-8l/100 km. Ich halte den Ansatz für äußerst zurückhaltend.

Konsequenzen

Großbritannien und die Niederlande haben aus diesen Gründen die Förderung von Hybriden längst eingestellt. In Deutschland hat man die „Innovationsprämie“ erst einmal bis 2025 verlängert. Allerdings wird die Prämie nur dann fällig, wenn diese Hybride eine Mindestreichweite von 80 km ausweisen.
Das ist vielleicht ein ehrenwerter Vorsatz. Aber die Hersteller wissen schon, wie man Reichweiten bei Laborbedingungen erzielt. Die entsprechenden Prüfverfahren tun ihr Übriges.

Vorschlag des BUND

Nach einem Vorschlag des BUND sollte man eine entsprechende Prämie erst auszahlen, wenn die elektrische Nutzung mindestens 70% beträgt. Das könne man nach zwei Jahren aus den Bordcomputern auslesen. Einen ähnlichen Vorschlag hatte ich in meinem letzten Bericht auch schon gemacht.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BWiM) prüft

Die Prüfung würde aber eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Bis dahin passiert erst einmal nichts. Und es werden wohl weiterhin Leasingfahrzeuge zurückgegeben, bei denen die Ladekabel noch original verpackt sind.

Aber warum dauert das so lange?

Ich dachte, Altmeier macht nicht mehr weiter. Ach ne, jetzt kommt ja möglicherweise ein Grüner. Hinweis nur für die Grünen: dies ist ein generisches Maskulin, das heißt auch ihr Frauen seid gemeint.
Dass es dann besser wird, ist eher zu bezweifeln. Da müssen ja entsprechende Prüfergebnisse erst auf politisch korrekte Gendersprache überprüft werden…

Die Fraunhofer-Gesellschaft

Diese Gesellschaft ist der Kopf von unterschiedlichen Instituten. Diese Institute forschen an unterschiedlichen Standorten zu unterschiedlichen Themen. Finanziert wird die Gesellschaft zu 90% aus Fördermitteln des Bundes. Sie ist also im weitesten Sinne ein Staatsunternehmen.

Fazit

Der Beitrag auf Tagesschau.de hat meine bisherige Meinung zu Thema Hybrid voll bestätigt. Dass man jetzt nicht ad hoc entscheidet, die Förderung für diese Fahrzeuge einzustellen, bleibt ein Geheimnis der Politiker.

Darüber hinaus handelt es sich bei vielen Hybriden um Autos der gehobenen Mittelklasse und darüber. Käufer dieser Fahrzeuge muss man für ihr Handeln nicht auch noch belohnen.

Die Förderung dieser Hybriden ist also kein Fortschritt für die Ökobilanz, es sei denn man rechnet es sich schön. Für mich sind diese Fahrzeuge aus diesem Gesichtspunkt vielmehr eine Verschlimmbesserung.

Verärgert bin ich letztlich nur deshalb, weil man Fahrzeuge im Sinne einer CO2-Reduzierung fördert, die dreckiger als mein Diesel sind.

Erstaunt bin ich, dass ein Staatsunternehmen sich so zu diesem  Thema so äußert, und dass das Staatsfernsehen dieses auch noch veröffentlicht.

Nicht erstaunt bin ich, dass dieses Thema bisher im Polit-Talk noch nicht aufgegriffen wurde.

Ein Kommentar

  1. Wie schön wäre es, wenn die Politik den Verkauf von synthetischen Kraftstoffen nicht mehr verbieten würde. Somit würden sich sicherlich mehr Forscher auf dieses Themengebiet stürzen. In der Folge landen bestehende Verbrenner nicht auf dem Schrott und fahren durch die Reinheit des synthetischen Kraftstoffes (lokal betrachtet) noch umweltfreundlicher. Mal ganz abgesehen davon, dass für die Herstellung dieser Kraftstoffe CO2 benötigt wird, was die Verbrennung im Umkehrschluss (global gesehen) „klimaneutral“ macht (vorausgesetzt dass der für den Prozess benötigte Strom auch klimaneutral erzeugt wurde).

    Wie man in diesem Artikel deutlich sieht, ist ein Hybridfahrzeug nur bei entsprechender Nutzung sinnvoll. Auf der Autobahn sind diese Fahrzeuge durch das höhere Gewicht zusätzlich verbrauchstechnisch unterlegen. Mal ganz abgesehen davon, dass der Großteil der Hybridfahrzeuge mit Benzin anstelle von Diesel betankt wird.
    Aber wenn für den Dienstwagen-Berechtigten eben ein Hybrid vorgeschrieben ist… Dann wird er diesen sicherlich zuhause laden, um auf der Bahn kurzzeitig (E-Unterstützung) die 250 zu knacken. 😉

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