Rauchen ist ungesund

Viel Meinung, wenig Fakten

“Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf – zu lesen.“
Winston Churchill

Heute Morgen im ZDF-MOMA

Derzeit ist das Thema Rauchen wieder einmal brandaktuell. Im Rahmen der Gesundheitsreform kommt es derzeit immer wieder zur Sprache. Und mit der Tabaksteuer ist es wie mit den Benzinpreisen. Die Erhöhung ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und mittlerweile ist die Tabaksteuer höher als der Produktpreis selbst.
Aber was ist eigentlich dran? So genau weiß ich es nicht. Das Einzige, wo ich mir wirklich sicher bin, Rauchen ist definitiv nicht gesund.

Meine Erfahrungen mit dem Rauchen

Ich bin schon früh an die Zigarette gelangt. Meine Eltern hatten Rauchen streng verboten. Im Endeffekt hat das aber den Reiz noch erhöht. Geschmeckt hat es damals nicht wirklich. Warum ich dann aber zu einem Raucher geworden bin, kann ich heute nicht einmal mehr sagen.
Ich habe dann über viele Jahre geraucht. Hatte zwar immer mal kurze Unterbrechungen, aber richtig losgekommen bin ich nie. Auch die Menge schwankte gewaltig. Aber eine Schachtel pro Tag habe ich schon konsumiert.

Vor gut sechs Jahren habe ich dann schlagartig aufgehört. Ich war stark erkältet, die Fluppe hat einfach nicht geschmeckt. Nach dem Wochenende, der Höhepunkt der Krankheit lag hinter mir, ging ich wieder zur Arbeit. Ich habe sogar eine Restschachtel Zigaretten mitgenommen. Ich wollte eigentlich aufhören, aber quälen wollte ich mich dabei nicht. Als die Schachtel drei Tage später immer noch unberührt auf dem Schreibtisch lag, habe ich sie wieder mit nachhause genommen und meiner Frau gegeben. Die raucht immer noch, die Menge ist aber überschaubar.
Ich habe mich danach nur noch ein einziges Mal an diesem Genussmittel versucht. Es hat mir nicht geschmeckt. Im Gegenteil, es war unangenehm.

Wie habe ich das gemacht?

Ich bin in der Vergangenheit häufig gefragt worden, wie ich das gemacht hätte. Ich kann nur sagen, ich weiß es nicht. Es ist, als hätte mir irgend Jemand einen Schalter im Kopf umgelegt. Von einem auf den anderen Tag habe ich die Dinger nicht mehr gebraucht.
Und das erstaunliche dabei ist, es hat mich nie gestört, dass andere rauchen. Okay, wenn mir der Dampf so in die Nase zog, das war schon unangenehm. Das ist auch heute noch so. Aber ansonsten stört mich das nicht.

Methoden zum Abgewöhnen

Im heutigen MOMA-Beitrag wurden auch Methoden vorgestellt, die einem die Entwöhnung erleichtern soll. Dabei kamen dann auch Dinge zur Sprache, die in meinen Augen höchst zweifelhaft sind.
Beispielsweise wurden da Nikotinpflaster erwähnt. Die helfen möglicherweise dabei, auf die Zigarette zu verzichten. Die eigentliche Sucht wird aber weiterhin bedient. Wie das langfristig helfen soll, ist mir schleierhaft.
Eine Psychologin meinte, man müsse sich einen Termin setzen, an dem man das Rauchen beenden will. Vielleicht ist das für den einen oder anderen eine Hilfe. Mag sein. Aber letztendlich ist das genauso, wie mit den guten Vorsätzen zum neuen Jahr. Nach 14 Tagen sind die auch meistens wieder Vergangenheit.
Wenn sie wissen wollen, was da so alles verkündet worden ist, schauen sie sich den Kurzbeitrag selbst an, er dauert nur knapp 3 Minuten. Ich hänge den Link am Ende an.

Rauchen und Gesundheit

Rauchen ist nicht gesund. Darüber gibt es keinen Zweifel. Dass Rauchen eine Ursache für Lungenkrebs sein kann, ist auch nicht neu. Das heißt allerdings nicht, dass alle Raucher Lungenkrebs bekommen. Ich kenne natürlich die Statistiken nicht. Aber in meinem Bekanntenkreis kenne ich nur einen Raucher, der an Lungenkrebs gestorben ist. Dem gegenüber stehen eine Menge Raucher, die nicht an Lungenkrebs verstorben sind. Das liegt aber auch möglicherweise daran, dass die Raucher, die vergleichsweise gesund sind, nicht von diesen Statistiken erfasst werden. Mein Großvater, der hat beispielsweise bis zu seinem 60sten Lebensjahr geraucht, ist mit 86 Jahren an einem altersbedingten Herzversagen verstorben. Eigentlich war der bis zum Schluss kerngesund. Aber irgendwann macht der Körper einfach Schluss.

Ich persönlich habe da noch so eine Erfahrung gemacht. Normalerweise hätte man ja davon ausgehen müssen, dass ich mich bedeutend besser fühlen würde, nachdem ich mit dem Rauchen aufgehört hatte. Ich habe da allerdings keinen positiven Effekt feststellen können. Ich leide schon immer über einen leicht erhöhten Blutdruck, das hat sich auch danach nicht verändert. Auch auf meine Kondition hatte es kaum Auswirkungen. Wie es mir heute ginge, hätte ich nicht mit dem Rauchen aufgehört, ist reine Spekulation.

Rauchen und Kosten im Gesundheitswesen

Es wird ja immer behauptet, dass Raucher erhebliche Zusatzkosten im Gesundheitswesen verursachen würden. Es gab bei den Krankenversicherern sogar schon mal den Plan, die Versicherungsbeiträge für Raucher zu erhöhen. Aber ist das wirklich gerechtfertigt?

Halten wir doch eines fest. Wenn Rauchen wirklich so schädlich ist, dann müssen wir davon ausgehen, dass Raucher auch eine deutlich geringere Lebenserwartung haben. Jetzt wissen wir aber auch, dass ältere Menschen deutlich höher Kosten im Gesundheitswesen verursachen, als junge Menschen.
Bitte verstehen sie mich jetzt nicht falsch. Es geht mir lediglich um einen Vergleich bei den Gesundheitskosten. Es wäre doch interessant, wie hoch die Lebenserwartung bei Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern ist.
Nehmen wir einmal an, die Lebenserwartung bei männlichen Rauchern läge bei 76 Jahren. Nichtraucher würden dem gegenüber im Durchschnitt 84 Jahre alt, verursachen also acht Jahre länger Kosten für die Sozialsysteme. Das soll nicht heißen, dass man die Sozialleistungen kürzt. Wenn man aber die Erhöhung der Tabaksteuer mit höheren Gesundheitskosten begründet, dann darf das durchaus hinterfragt werden.
Nur so nebenbei, dieselbe Argumentation wird ja auch bei der Zuckersteuer angebracht. Und auch die darf man durchaus hinterfragen.

Zusammenfassung

Wenn sie rauchen wollen, tun sie es. Solange sie sich an die Regeln halten, stört es mich auch nicht weiter. Ich halte die derzeitigen Regelungen für völlig ausreichend.
Wenn sie mit dem Rauchen aufhören wollen, dann tun sie es. Glauben sie aber nicht an die vielen Ratschläge. Letztendlich muss es in ihrem Kopf Klick machen. Aber wie man diesen Klick erreicht – wenn ich es wüsste, würde ich es ihnen sagen.

Wenn ich Freunde zu mir einlade, dann nehme ich sogar in Kauf, dass die bei mir in der Wohnung rauchen. Sie tun es aber nicht, sie gehen vor die Tür. Meine Frau übrigens auch. In der Wohnung rauchen wir nicht mehr, seit wir Kinder haben.

Und wenn der Staat Steuern erhöht, weil er an ihrer Gesundheit interessiert ist, dann lügt er. Der Staat ist einzig und allein an ihrem Geld interessiert. Und wenn keiner mehr raucht, dann erfindet der Staat eine neue Steuer. Wie erfindungsreich er dabei ist, können wir ja gerade erleben.

Der Link

ZDF-Morgenmagazin

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