Die Mondmission Artemis II ist erfolgreich abgeschlossen
„Auf dem Mond ist für den Menschen eigentlich nichts zu holen.“
Wernher von Braun
Artemis II
Wir fliegen wieder zum Mond. Was damit erreicht werden soll ist mir nicht wirklich klar. Aber sei es drum, darüber haben sich sicherlich schlaue Menschen Gedanken gemacht. Eigentlich wollte ich das Thema gar nicht beackern. Aber als ich die fast schon euphorische Berichterstattung im ÖR-Dummfunk mitbekommen habe, da habe ich dann doch die eine oder andere Überlegung angestellt.
Den deutschen Medien war es in der Berichterstattung wichtig, darauf hinzuweisen, dass auch ein deutsches Unternehmen in Bremen an der Mission beteiligt war. Ich gehe mal davon aus, dass es sich um Atlas Elektronik handelt, die irgendwelche Komponenten für das Raumschiff entwickelt und hergestellt haben. Bei Wikipedia ist dann noch wichtig, dass bei diesem Flug zum Mond erstmalig eine Frau und ein Schwarzer mit von der Partie war. Bei der ISS ist das schon Normalität. Warum das jetzt eine Besonderheit sein soll, wird mir nicht klar.
Der Ablauf ist kurz erzählt. Abheben von der Erde, ein paar Erdumkreisungen, dann der Flug zum Mond mit einer Mondumkreisung und wieder zurück zur Erde. Dabei war das Raumschiff in einer Phase weiter von der Erde entfernt als je zuvor. Auch hier stelle ich die Frage, was ist daran so besonders. Ich komme darauf zurück.
Ein Blick in die Geschichte
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg begann der Wettlauf um den Weltraum. Und schon 1960 umrundete der russische Kosmonaut Juri Gagarin in seinem Raumschiff Wostok 1 einmal die Erde. Es sollten noch viele weitere Flüge folgen.
Die Amerikaner verfolgten mit dem Apollo-Programm das Ziel bis zum Ende der Sechziger den ersten Mann auf den Mond zu bringen. Im Rahmen dieses Programmes gelang es 1968 erstmals, mit einem bemannten Raumschiff den Mond zu umrunden. Nur knapp ein Jahr später betraten mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin die beiden ersten Menschen den Mond. Es sollten noch 10 weitere folgen. Danach wurde es dann ruhig.
Der Bau von Raumstationen
Zeitgleich begann die Phase der Raumstationen. Die erste ihrer Art, die Mir, wurde von den Russen gebaut und umkreiste die Erde von 1986 bis 2001. Sie wurde kontrolliert zum Absturz gebracht. Heute wird die ISS von vielen internationalen Wissenschaftlern genutzt. Ihr Aufbau begann 1998. Seitdem umkreist diese Station die Erde in einer Höhe von etwa 400 km.
Die Besonderheiten bei Artemis II
Wie oben schon erwähnt, habe ich die Berichterstattung zum Anlass genommen, Besonderheiten dieser Mission zu suchen. Leider muss ich feststellen, ich habe nichts gefunden. Um die Erde gekreist sind Menschen schon vor 60 Jahren. Und das nicht nur einmal. Auch zum Mond geflogen sind Menschen schon vor 60 Jahren. Auch mehrfach. Mittlerweile haben wir sogar eine künstliche Raumstation, an der regelmäßig Raumschiffe ankoppeln und Wissenschaftler hin- und zurückbringen.
Ich erkenne also mit dem Mondflug von Artemis II keine besondere Leistung. Im Gegenteil, wenn wir die Leistungsfähigkeit von Computern aus den Sechzigern mit denen heute vergleichen, da dürften die Herausforderungen vor 60 Jahren noch ganz andere gewesen sein. Auch im Bereich Werkstoffe sind wir heute wesentlich weiter. Das dürfte die heutige Leistung doch erheblich relativieren.
Die deutsche Beteiligung
Auch für die mediale Hervorhebung einer deutschen Beteiligung sehe ich keinen Grund. Auch beim Apollo-Programm waren Deutsche beteiligt. Vergessen wir nicht den Raketentechniker Wernher von Braun, der maßgeblich an der Entwicklung der Antriebe für die Trägerraketen beteiligt war. Sicherlich konnte er dabei auf die Erkenntnisse bei der Entwicklung der V2-Raketen für das Nazi-Regime zurückgreifen. Das hat gewiss Einfluss auf seine moralische Reputation. Sein Beitrag zu den technischen Entwicklungen steht dennoch außer Frage. Deutsche Beteiligung gab es also auch schon in den Sechzigern.
Die Entfernung zur Erde
Ja, Artemis II hat eine Umlaufbahn um den Mond gewählt, die zu einer Entfernung zur Erde führte, dir zuvor noch nie erreicht wurde. Bei der Berichterstattung hätte man aber meinen können, dass wir schon kurz vor dem Mars gelandet wären.
Es handelt sich aber lediglich um eine weiter gewählte Umlaufbahn um den Mond. Da spielen Gravitationskräfte, Zentrifugalkräfte und somit Geschwindigkeiten eine Rolle. Das ist letztendlich das Gleiche wie mit den Satelliten in der Erdumlaufbahn. Ich will ihnen das nicht weiter erklären. Aber seien sie versichert, da geht es ausschließlich um Mathematik und Physik. So etwas habe ich sogar schon in der Schule im Physik-Leistungskurs an einfachen Beispielen berechnet. Eine besondere Leistung mit dieser Entfernung zur Erde kann ich also auch nicht erkennen. Das war aber wohl auch nicht Ziel der Mission.
Der Funkschatten
Wenn ein Raumschiff hinter dem Mond verschwindet, dann bricht auch der Funkverkehr zur Erde ab. Das war auch schon in den Sechzigern so. Und jetzt kommt doch eine Besonderheit. Artemis II dient der Vorbereitung einer Mondlandung in diesem Funkschatten. Das heißt, man will Menschen auf dem Mond absetzen, ohne unmittelbaren Funkkontakt. Wie das in Zukunft gemacht wird bleibt abzuwarten.
Bei den heutigen Computerleistungen sollte aber auch das nicht mehr das ganz große Problem werden.
Zusammenfassung
Verstehen sie mich nicht falsch. So ein Weltraumflug ist mit Sicherheit keine Routine. Es lauern immer noch Gefahren und Unwägbarkeiten. Bei Artemis II war es Gott sei Dank nur ein kleiner Klo-Defekt.
Trotzdem ist die Leistung nicht so einzigartig, wie sie in den Medien teilweise dargestellt worden ist. Lassen wir also die Kirche im Dorf. Und die deutsche Beteiligung ist auch nicht so besonders, wie sie dargestellt wird.
In diesem Zusammenhang ist mir in den letzten Tagen noch eine Meldung untergekommen. Da berichtet das Handelsblatt über das deutsche Weltraum-Startup Isar Aerospace. Dieses Unternehmen musste zum wiederholten Mal den Start einer Rakete aus technischen Gründen abbrechen. Schon vor einem Jahr ist eine Rakete dieses Unternehmens kurz nach dem Start abgestürzt. Dabei will man sich mit diesem Unternehmen aus der Abhängigkeit von Musks Space X lösen.
Wie gut, dass man diese Absicht bei Artemis nicht verfolg
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