Ich hatte letzte Woche alle vier Enkel
„Meine Enkel glauben, ich sei das älteste Ding der Welt. Und nach zwei, drei Stunden mit ihnen glaube ich es auch.“
Gene Perret
Die letzte Woche
Es sind Schulferien. Auch die Kindergärten schließen zeitweise. Wohin dann mit den Kindern? Gut, dass es noch Opa und Oma gibt.
So hatten meine Frau und ich letzte Woche das Vergnügen, teilweise alle vier Enkel durchgehend betreuen zu dürfen. Klar ist das anstrengend. Aber auf der anderen Seite erfüllt einen diese Tätigkeit enorm. So viel Liebe, so viel Vertrauen. Die Zweitälteste sagt schon mal, „Opa ist schon manchmal streng, aber ich habe ihn trotzdem lieb.“ Können sie sich was Schöneres vorstellen? Trotzdem, man ist ja nicht mehr vierzig. Am Ende ist es doch schön, wenn die Eltern sie wieder abholen.
Und heute Morgen, die Kinder sind weg, meine Frau ist zur Arbeit, was ist das Haus auf einmal so still? Nein, gestorben bin ich noch nicht. Aber still ist es trotzdem.
Ein ganz anderer Gedanke
Die beiden Älteren sind nun schulpflichtig. Das heißt, sie haben auch Ferien. Sechs Wochen im Sommer, je drei Wochen Ostern und Weihnachten, und dann kommen noch zwei Wochen Herbstferien. Insgesamt haben die Kinder also 14 Wochen Ferien. Gehen wir mal davon aus, dass die Eltern jeweils sechs Wochen Ferien haben, dann kommt man auf 12 Wochen. Fehlen immer noch zwei Wochen für die Kinderbetreuung. Von einem gemeinsamen Urlaub wollen wir mal gar nicht sprechen.
Beim Geld sagt man so schön, Geld alle und noch so viel Monat übrig. Mit den Ferien der Kinder sieht es kaum anders aus. Tja, da müssen dann halt die Großeltern herhalten.
Wie war das früher
Früher war das anders. Als ich klein war, verdiente mein Vater das Geld, meine Mutter blieb zu Hause und umsorgte die Kinder. Der Vater war für die Prügel zuständig, die gab es öfter mal, wenn wir Scheiße gebaut hatten. Nicht dass ich Prügel gut finde. Ich habe dieses Mittel nie eingesetzt. Es war aber so.
Ich bin mir auch nicht sicher, dass sich die Frauen damals benachteiligt gefühlt hätten. Und ich kenne auch heute noch Familien, die dieses Modell betreiben.
Fest steht jedenfalls, dass es kein Problem mit Kindern gab. Mama war ja da.
Das Problem mit der Gleichberechtigung
Verstehen sie mich nicht falsch. Ich finde es absolut richtig, dass auch Frauen ihre Berufe frei wählen und ausüben können. Ich finde es auch richtig, dass der Staat versucht, Frauen die gleichen Möglichkeiten zu verschaffen, wie Männer sie haben. Nur ist es dann halt nicht mit einem Gleichstellungsgesetz getan. Dann müssen auch Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder geschaffen werden, die auch in den Ferien verfügbar sind. Und das ist leider nicht der Fall.
Und so haben junge Familien immer das Problem, wohin mit den Kindern in den Ferien. Drei Wochen im Jahr will man ja gemeinsam in den Urlaub fahren. Und ich finde, das steht solchen Familien auch zu. Aber dann fehlen halt Betreuungszeiten. Gut, dass es Opa und Oma gibt.
Der Staat will Vollbeschäftigung
Trotzdem will der Staat auch die Frauen in eine Vollbeschäftigung bringen. Meine Meinung dazu ist durchaus gespalten.
Aber glauben sie nicht, dass der Staat am Wohle der Frauen interessiert ist. Dem geht es um Steuereinnahmen. Früher hat nur der Hauptverdiener Steuern und Sozialabgaben geleistet. Frau und Kinder waren beitragsfrei mitversichert. Um es noch mal deutlich zu machen, gezahlt hat nur einer!
Nun sind heute die gesetzlichen Krankenkassen notorisch klamm. Bei den Rentenkassen sieht es nicht besser aus. Mit Reformen tut der Staat sich bekanntlich schwer. Also braucht man mehr Einzahler.
Die beitragsfreie Mitversicherung des Ehepartners dürfte bald erledigt sein. Bei den Beamten ist das übrigens schon immer so. Selbst Kinder sind da nicht beitragsfrei.
Besser ist allerdings, wenn auch der Ehepartner voll arbeiten geht. Denn dann sind beide Vollverdiener und zahlen auch beide voll Steuern. Also nicht ein Steuerzahler wie früher, sondern zwei!
Das war es aber noch nicht. Denn jetzt muss ja für die Kinder eine Betreuung her. Die kostet übrigens auch Geld. Und mit diesem Geld wird wieder Personal bezahlt, was auch Steuern zahlt.
Merken sie was? Wenn man das alte Familienmodell über den Haufen wirft, dann werden aus einem Steuerzahler drei.
Glauben sie immer noch, dass dieses Gleichberechtigungsgeschwafel den Frauen helfen soll?
Sozialistische Ideen
Ich kenne keinen Staat in dieser Welt, wo Sozialismus wirklich funktioniert. Da das so ist, muss man Kritikern eine massive Propaganda entgegenhalten. Und Kinder müssen schon in jungen Jahren politisch indoktriniert werden. Sozialistische Systeme haben deshalb fast immer entsprechende Jugendorganisationen. Im dritten Reich war es die Hitlerjugend, in der DDR die FDJ. Vielleicht sagt ihnen auch der Begriff „Jungpioniere“ noch etwas. Diese Organisationen boten auch entsprechende Jugendlager an. Das waren Betreuungsangebote in den Ferien. Nur zur Wiederholung, die waren kein Entlastungsangebot für Familien. Diese Organisationen waren Kaderschmieden.
Sie mögen sich jetzt fragen, was hat das mit der Bundesrepublik zu tun? Da empfehle ich ihnen, sich mal an eine Aussage von Olaf Scholz zu erinnern. Der sagte nämlich, man müsse die Kontrolle über die Kinderbetten gewinnen. Und wenn man die Schulpolitik unserer linken Politblase genauer betrachtet, dann merkt man auch da, wo es hingehen soll.
Eine Kinderbetreuung in den Ferien hat man nur deshalb noch nicht, weil man nicht weiß, wie man es bezahlen soll.
Vielleicht wird ihnen jetzt auch klar, weshalb gerade die Linken so ein großes Interesse daran haben, das klassische Familienmodell zu zerschlagen.
Mein Fazit
Für die Erziehung ihrer Kinder sind in erster Linie die Eltern zuständig. Das funktioniert allerdings nur dann, wenn man nach wie vor das klassische Familienmodell unterstützt. Das gilt heute aber leider als „rechts“.
Bei allen anderen Modellen gewinnt nur der Staat. Durch die Doppelte Arbeit werden höhere Steuern und Sozialabgaben erzielt. Gleichzeitig gewinnt man mehr Einfluss auf die Kinder.
Sind sie also vorsichtig, wenn ihnen der Staat wieder einmal ein großzügiges Angebot macht. Es könnte da etwas ganz anderes dahinterstecken.
Und wir Großeltern haben nach wie vor die Aufgabe, Kindern eigenständiges Denken beizubringen. Übrigens, davor haben Sozialisten tierisch Angst.