Brinkhaus – ein Musketier der Kanzlerin?

„Ich hasse Menschen, Tiere und Pflanzen. Steine sind OK.“
Urheber unbekannt

Gestern bin ich bei Reitschuster auf einen Artikel gestossen. In diesem Artikel wurde zu einem Interview von Ralph Brinkhaus Stellung bezogen, dass dieser der Fuldaer Zeitung gegeben hatte.

Er wurde unter anderem zum Umgang mit Ungeimpften befragt. Dazu äußerte er sich wie folgt: „Es werden zwei Sachen passieren. Erstens werden die Geimpften allmählich sauer auf die Ungeimpften. Hier entsteht ein Gruppendruck. Zweitens gehe ich davon aus, dass viele Clubbesitzer, Hoteliers und Gaststättenbetreiber bald nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt gewähren. Auch, weil ihre Gäste das von ihnen erwarten. Dann wird sich einiges schon von selbst regeln. Wer sich nicht impfen lässt, was ja sein gutes Recht ist, wird dann eben mit den Konsequenzen leben müssen.“

Als ich das gelesen hatte, da habe ich doch einigermaßen gestaunt. Bevor ich mich aber inhaltlich äußere, möchte ich mich mit diesem Brinkhaus beschäftigen.

Wer ist also dieser Ralph Brinkhaus?

Brinkhaus ist seit 2018 Vorsitzender der CDU/CSU Fraktion. Wikipedia beschreibt ihn als ruhig und sachlich. Ich habe ihn allerdings bei diversen Bundestagsdebatten eher als rechthaberisch und aufbrausend erlebt. Nach meinen Beobachtungen ist er ähnlich wie Braun ein Rammbock für die Kanzlerin. Er soll zwar das eine oder andere Mal der Kanzlerin kritisch gegenüber gestanden haben. Wenn es aber um die endgültige Abstimmung ging, hat er sich bisher immer linientreu gezeigt.

Er ist Jahrgang 1968. Er wuchs in Rietberg (Westfalen) auf, machte dort sein Abitur. Anschließend studierte er und schloss sein Studium als Diplom-Ökonom ab.
Schon 1984 trat er in die junge Union ein, 1998 wurde er Mitglied der CDU. Seit 2009 ist er Mitglied des Bundestages. Er gewann regelmäßig das Direktmandat seines Wahlkreises Gütersloh. Gemäß Wikipedia ist er praktizierender Katholik.

Was halte ich von ihm

Er ist Westfale. Diese gelten im allgemeinen als bodenständig aber auch stur. Sie von ihrer Meinung abzubringen ist schwer.
Dazu ist er praktizierender Katholik. Natürlich soll jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Ich habe allerdings Katholiken bisher immer recht engstirnig erlebt. Sie merken schon, dass ich von ihm als Poliziker keine gute Meinung habe.

Zu seinem Zitat

„Die Geimpften werden sauer auf die Ungeimpften.“ Dass genau das passieren wird, ist die Schuld von Politikern wie Brinkhaus. Es wird nämlich nicht seriös informiert, sondern auf die „Abweichler“ losgeprügelt. Wenn man sich wie Brinkhaus natürlich früh auf einen Weg festgelegt hat, dann ist ein Diskurs nicht mehr möglich.
„Hier entsteht ein Gruppendruck.“ Er scheint das sogar zu genießen. Ja, er hat recht, es gibt Gruppendruck. Aber der Schritt vom Gruppendruck zum Mobbing ist nicht weit. „Wer sich nicht impfen lässt, was ja sein gutes Recht ist, wird dann eben mit den Konsequenzen leben müssen.“ So wie ich seine Aussagen deute, nimmt er billigend in Kauf, dass Ungeimpfte gemobbt werden. Das heißt, er duldet Straftaten, wenn sie denn ihren Zweck erfüllen.

„Liebe deinen nächsten, wie dich selbst.“ So steht es im Buch der Bücher geschrieben. Das ist christliche Lehre. Brinkhaus, einem praktizierenden Katholiken, sollte dieser Leitsatz geläufig sein. Für einen Ungeimpften scheint das aber nicht zu gelten. Diese Doppelzüngigkeit ist mir bei vielen Christen, egal welcher Konfession, aufgefallen.

Und jetzt noch ein Widerspruch

Genau dieser Brinkmann hat der Welt am Sonntag ein Interview gegeben. Dort sagte er:“ Unseren politischen Mitbewerbern auf der linken Seite gefällt es, dass der Staat jetzt sehr viel regelt und dass der Staat jetzt sehr viel vorschreibt. Und wir als Union sagen da: nein, nicht mit uns. Der Staat muss sich auch wieder zurücknehmen. Der Staat ist nicht dafür da, alle Risiken abzufedern und alles für den Bürger zu regeln. Das ist der Unterschied zwischen uns und den Parteien, die links von uns stehen.“
Als ich das gelesen habe, bin ich vom Glauben abgefallen. Beim Thema impfen, kann es ihm nicht streng genug sein. Da greift er wie selbstverständlich in Grundrechte ein, duldet sogar Straftaten. Und jetzt sagt er, der Staat müsse sich zurücknehemen.

Fazit

Brinkhaus redet heute so und morgen so, gerade so, wie ihm es passt. Hätte er nur die zweite Aussage gemacht, dann hätte ich ihm sogar zugestimmt. Die zweite Aussage aber im Zusammenhang mit der ersten zeigt, dass Brinkhaus ein genauso verlogenes … ist wie alle anderen.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article232996637/Ralph-Brinkhaus-Der-Staat-muss-sich-auch-wieder-zuruecknehmen.html

Kommentar verfassen