Die DFB-Elf scheitert im Sechszehntelfinale
„Immer, wenn alles gut läuft, wenn alles im Lot scheint, beginnt der Niedergang.“
Arto Paasilinna
Deutschland ist raus
Die DFB-Elf ist im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Dem Grunde nach ist das nicht schlimm. Irgendeiner muss halt auf der Strecke bleiben. Und gewinnen kann am Ende nur einer.
Was aber schlimm ist, ist die Art, wie man ausgeschieden ist. Da spielt die Nationalmannschaft, die mit dem Anspruch, Weltmeister zu werden, in das Turnier gestartet ist, zeitweise wie eine Kreisklasse-Mannschaft. Und das ist für ein Land, in dem der Fußball Nationalsport ist nur als unterirdisch zu bezeichnen.
Vier Spiele hat man bestritten. Das erste Spiel gegen Curaçao hat man noch überzeugend gewonnen. In den Medien war man so schon einer der Mitfavoriten. Allerdings hat man vergessen, dass dieser Gegner despektierlich als Fallobst bezeichnet wird, also keinen Maßstab darstellt. Das zweite Spiel gegen die Elfenbeinküste hat man mit Mühe und Glück gerade noch mit 2:1 gewonnen. Im dritten Spiel unterlag man dann gegen Ecuador. Das Sechszehntelfinale erreicht man trotzdem. Dort ging es gegen den Gruppendritten Paraguay. Auch dort unterlag man nach einem jämmerlichen Spiel kläglich.
Was ist falsch gelaufen?
Diese Niederlage ist nun wirklich keine Überraschung. Sie setzt letztlich eine Serie von Fehlleistungen der letzten Jahre fort. In Katar 2022 überzeugte die Mannschaft mehr durch Haltung als durch Leistung. Der Regenbogen stand im Vordergrund. Bei der EM zwei Jahre später setzte sich das fort. Wer damals glaubte, es könne nur noch besser werden, der sieht sich nun getäuscht. Und es könnte noch schlimmer kommen, wie das Beispiel Italien zeigt. Die haben nicht einmal die Endrunde erreicht. Ich bin mir sicher, das können wir auch.
Überraschend ist aber schon, dass Spieler, die in ihren Vereinen Woche für Woche Topleistungen abrufen, in der Nationalmannschaft plötzlich so kläglich versagen. Auf der anderen Seite zeigt das Turnier, dass Bundesligisten, auch ehemalige, durchaus ihre Leistung abrufen können. Die spielen aber nicht für Deutschland. Beispiele dafür sind meines Erachtens der Engländer Harry Kane (FC Bayern München) oder der Ägypter Omar Marmoush (ehem. Eintracht Frankfurt).
Wenn es solchen Spielern aber nicht gelingt, ihre Leistung auf den Platz zu bringen, dann spielt der Trainer sicherlich eine wichtige Rolle.
Der Trainer
Als Nagelsmann Bundestrainer wurde, habe ich mich schon gefragt, ob der der richtige ist. Groß geworden ist er bei der TSG Hoffenheim. Dort hat er aus dem Nichts eine Topmannschaft geformt. Man muss dabei aber berücksichtigen, dass infolge des Engagements von SAP ausreichend Finanzmittel zu Verfügung standen. Danach hat er mit Leipzig durchaus Erfolge gehabt, hat dabei aber von der Arbeit seiner Vorgänger profitiert. Ob er denen wirklich einen Stempel aufdrücken konnte, bezweifle ich doch sehr, da er den Verein schon nach zwei Jahren wieder verließ. Im Anschluss war er bei Bayern München. Dort war er aber wohl nur eine Übergangslösung, da er schon nach einem Jahr wieder entlassen wurde. Und so wurde er mit 36 Jahren Bundestrainer.
Ein Bundestrainer muss den Spielern nicht mehr das Fußballspielen beibringen. Er muss die Mannschaft zusammenstellen und taktisch einstellen. Letztendlich ist er der Chef, der die Richtung vorgibt, seinen Teammitgliedern Aufgaben zuweist. Die eigentliche Arbeit machen dann andere.
Ob Nagelsmann das begriffen hat weiß ich nicht. Ich befürchte aber, dass er diese Art von Führung nicht begriffen hat.
In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf Äußerlichkeiten hinweisen. Bei den meisten Mannschaften trat der Cheftrainer auch während der Spiele im Anzug oder einer Kombination auf. Er war der Repräsentant der Nationalmannschaft. Nagelsmann, und da folgt er dem Beispiel Jogi Löws, taucht im Schlabberhemd auf. Wer ihn nicht kennt, hätte ihn für den Zeugwart halten können. Sicherlich sind solche Äußerlichkeiten nicht spielentscheidend. Sie zeigen aber durchaus, ob sich die Person der Bedeutung ihres Amtes bewusst ist. Da hatte schon Löw seine Defizite, aber Nagelsmann ist keineswegs besser.
Die Auswahl der Spieler
Es ist im Nachhinein immer einfach, den Trainer zu kritisieren. Ich mache es aber trotzdem, weil ich genau diese Kritik auch schon vor Beginn der WM geübt habe, wenn auch nicht hier im Blog. Ich will hier nicht jeden Spieler beschreiben, sondern suche mir exemplarisch drei heraus.
Beginnen will ich mit Manuel Neuer. Dieser hat in der vergangenen Saison nur wenige Spiele absolviert. Und die Sicherheit früherer Jahre strahlt er auch nicht mehr aus. Deutschland hat in jedem Spiel mindestens ein Tor gefangen. Und da waren einige dabei, die durchaus haltbar erschienen. Oliver Baumann hat dagegen eine sehr ordentliche Saison gespielt, hat sogar ununterbrochen in der Qualifikation gespielt, im Wesentlichen fehlerlos. Wieso hat Nagelsmann dann kurz vor der WM Manuel Neuer als Nummer 1 gesetzt?
Wäre ich Baumann gewesen, ich hätte die WM abgesagt, das hätte ich mir nicht gefallen lassen.
Als zweites Beispiel möchte ich Antonio Rüdiger nennen. Der Verteidiger von Real Madrid ist in der letzten Saison mehr durch Skandale als durch Leistung aufgefallen. Warum hat Nagelsmann den überhaupt ins Nationalteam berufen. Es heißt doch immer, Nationalspieler sollen Vorbilder sein. Das trifft auf Rüdiger nun mal gar nicht zu. Auch spielerisch hat er nichts gezeigt. In den Spielen, wo ich ihn gesehen habe, hat er Beamtenmikado gespielt. Der erste der sich bewegt hat verloren. Impulse sind von dem nicht ausgegangen. Hat Deutschland wirklich keine besseren Verteidiger mehr?
Beim dritten Beispiel möchte ich mich mit Joshua Kimmich beschäftigen. Um eines vorweg zu nehmen, der gehört in die Nationalmannschaft. Der bringt kontinuierlich seine Leistung. Aber ist er auch der richtige Kapitän. Als Kapitän muss er nämlich die Mannschaft antreiben. Muss seine Mitspieler mal in den Arsch treten. Und da glaube ich nicht, dass Kimmich der richtige ist. Wenn ich mich da an Spieler wie Günter Netzer, Michael Ballack oder Oliver Kahn erinnere, die haben auch schon mal den Lauten auf dem Platz gemacht. Daneben sowieso. Ich glaube nicht, dass Kimmich über diese Eigenschaft verfügt. Ich wüsste im Moment allerdings auch keinen besseren.
Der DFB
Auch der DFB kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Besonders der Vorsitzende des Verbandes Bernd Neuendorf ist da zu nennen. Der ist ehemaliger politischer Beamter (SPD). Dabei war er Staatssekretär im Ministerium für Familie und Sport in NRW. Auch wenn er die Aufgabe gewechselt hat, von seiner Grundeinstellung ist er ein links-woker Funktionär geblieben. Er wollte beispielsweise im Kinderfußball den Wettbewerb abschaffen. Die sollten Fußball spielen ohne Tore zu zählen. Das ist Erziehung zur Leistungslosigkeit. Am Ende setzen sich solche idiotischen Ideen auch bei den älteren fort.
Darüber hinaus steht er voll für Diversität und dem anderen links-grünen Schwachsinn. Entsprechend fällt dann auch die Auswahl des Spitzenpersonals aus. Und damit meine ich nicht einmal die Spieler. Wenn Haltung und Moral wichtiger als Leistung sind, dann darf man sich über ein Abschneiden, wie wir es gerade erleben durften, nicht wundern.
Zusammenfassung
Ich habe nur einige wenige gründe beschrieben, weiß nicht einmal, ob ich da richtig liege.
Ich bin aber der Meinung, dass die Nationalmannschaft durchaus ein Spiegelbild der Gesellschaft ist. Und da geht es momentan ja auch rasend den Bach runter. Wir sollten uns in Zukunft also an solche Ergebnisse gewöhnen.
Nachtrag
Über die Reaktion von Politikern äußere ich mich nicht. Aber es ist das übliche Geplärre, schuld sind immer die anderen.
Und ist ihnen noch was aufgefallen? In den USA sah man mehr Deutschlandfahnen als hier bei uns. Schon merkwürdig, oder?