Das geht mir so richtig auf den Piss

Die Fussball WM in Katar

„Die Glaubwürdigkeit der Politiker war noch nie so gering wie heute. Das liegt nicht zuletzt an einer Gesellschaft, die in die Glotze guckt. Die Politiker reden nur oberflächliches Zeug in Talkshows, weil sie meinen, es sei die Hauptsache, man präge sich ihr Gesicht ein.“
Helmut Schmidt

Die Medien

In wenigen Tagen beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Katar. Und auf einmal ist dieses Thema omnipräsent. Da kommen Polittalks wegen der Menschenrechte. Da echauffiert man sich über den Umgang mit Schwulen und Lesben. Plötzlich wird wieder der Umgang mit den Gastarbeitern thematisiert. Auch der Zeitpunkt der WM ist wieder Kritikpunkt. Und die Tatsache, dass Katar eigentlich kein Fußballland ist, fällt überraschend auf.
In fast allen Politiktalks wird die Frage gestellt, warum es denn unbedingt Katar sein musste?
Und soll ich ihnen was sagen, das geht mir gehörig auf den Sack. Denn das alles ist schon lange bekannt. Warum also erst jetzt diese künstliche Aufregung?

Warum also Katar?

Ich könnte genau so gut fragen, warum nicht. Okay, Katar ist ein Wüstenstaat. Da ist es immer ziemlich heiß. Deshalb hat man die WM ja auch in den Winter gelegt. Da werden Durchschnittsthempereturen zwischen 25 und 30 Grad erwartet. Ist das schlimm?

Ich erinnere mich da noch an die Fußball WM 1970 in Mexiko. Da gab es auch Spiele in der Mittagshitze mit Temperaturen von über 30 Grad. Da spielten aber in der deutschen Mannschaft noch Leute wie Helmut Haller, Berti Vogts, Wolfgang Overath, Uwe Seeler und, und, und. Das waren noch Kerle, keine Jammerlappen wie heute. Da wurde gekämpft. Dass es warm war, war zwar Scheiße, aber warm war es ja auch für die anderen.
Ach, einen Spieler muss ich doch noch erwähnen. Stan Libuda, wahrscheinlich der verrückteste Linksaußen, den es je gab. Ein Dribbelkünstler unter dem Herrn. Wie sagte man damals: „Keiner kommt an Gott vorbei, außer Stan Libuda“.

Allerdings hat Katar keine Fußballkultur. Aber ist das ein Hinderungsgrund? Katar hat auch keine Handballkultur. Trotzdem hat da 2015 eine Handball WM stattgefunden. Die Fans wurden halt eingeflogen. Natürlich gegen Geld. Ich glaube, das wird jetzt auch bei der Fußball WM geschehen.

Die Menschenrechte

Natürlich sehen die Katarer gewisse Dinge anders als wir. Katar ist ein fundamentalislamistischer Staat. Aufgebaut nach einem streng hirarchischen System. Der Scheich ist der Chef. Natürlich handelt es sich hier um eine Diktatur.

Im Islam hat auch bekannterweise der Mann eine ganz andere Stellung, als wir das aus Deutschland kennen. Und dass Frauen unterdrückt werden, halte ich auch für wahrscheinlich. Aber sehen die Frauen in Katar das genauso? Wenn wir die derzeitige Situation im Iran sehen, dann dürfte das wohl so sein.

Das gleiche gilt für den Umgang mit Schwulen und Lesben. Lesben fallen allerdings kaum auf, das wird schon durch das Patriarchat unterdrückt. Und gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen Männern ist in diesem Land eine Straftat. Tja, es gibt viele Länder in dieser Welt, wo gleichgeschlechtliche Beziehungen eben nicht das neue Normal sind.

In Katar ist der Islam Staatsreligion. Der Koran ist somit gleichzeitig Gesetzbuch. Es gilt die Scharia. Ich halte diese Gesetzesform auch nicht für wirklich toll. Aber steht es uns Deutschen zu, andere Länder dafür zu kritisieren?

Auch den Umgang mit den ausländischen Hilfsarbeitern auf den Stadionbaustellen sehe ich höchst kritisch. Es soll da unzählige Tote gegeben haben. Die vielfach geschätzen Zahlen zeigen allerdings eine große Spannweite. Nichts genaues weiß man nicht.

Warum ich mich so empöre

Schon im Dezember 2010 fand die Vergabe dieser WM an Katar statt. Das ist jetzt 14 Jahre her. Und die Situation in Katar war schon allseits bekannt. Spätestens 2015 bei der Handball WM hätte jedem klar sein müssen, wie ein solch großes Turnier in Katar abläuft. Und trotzdem war die Reaktion mäßig. Auch in unseren Medien kaum Reaktionen.

Sieben Jahre hätte man Zeit gehabt, die Spiele noch anderweitig zu vergeben. Aber die FIFA, die auch nach der Ära Blatter kein bisschen weniger korerupt geworden ist, hat dafür keinen Anlass gesehen. Da ist wahrscheinlich sehr viel Geld geflossen. Und die fußballerischen Schwergewichte wie Spanien, Frankreich, Brasilien haben wohl auch keinen Anlass gesehen, dagegen vorzugehen. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, so sagte es einmal Bertold Brecht.

Wenn jetzt aber die Medien und auch die Politik die Moralkeule schwingen, dann ist das wenig glaubwürdig. Wieder einmal legen unsere Politiker und Medien deutsche Maßstäbe an. Als ob bei uns alles gut wäre. Okay, wer den Sozialismus gut findet…

Nancy Faeser

Die Nancy ist ja Ministerin für den Staatsschutz, äh, ich meine für Inneres und Sport. Eigentlich hätte die in Deutschland genug zu tun. Flüchtlingskrise, Kampf gegen Extremismus, innere Sicherheit usw. Auch die Sportförderung gehört zu ihren Aufgaben. Was die im Ausland zu suchen hat, bleibt mir ein Rätsel. Ist Annalena vieleicht verstorben. Von der hört man momentan ja gar nichts mehr. Auf jeden Fall wird Nancy das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft (darf man das noch sagen?) besuchen. Eigentlich wollte man die Katarer doch durch Ignoranz strafen. Wahrscheinlich schickt man deshalb die Nancy. Die nimmt da doch eh keiner für voll. Oder kämpft sie auch da gegen Rechts? Dann wünsche ich ihr viel Erfolg.
Lieber Chalid bin Chalifa bin Abdulasis al Thani (Premierminister), kannst du die Dame bei dir behalten? Deutschland wäre die auf ewig dankbar.
Auf jeden Fall kostet es sie ja nichts. Zahlt bestimmt der Steuerzahler.

Sonstige Problemchen

Dass im Islam Alkohol verboten ist, dürfte auch jedem bekannt sein, der sich mit dem Islam auch nur marginal beschäftigt hat. Für die westlichen Fans ist aber Fußball ohne Bier wohl kaum denkbar. Einer der Hauptsponsoren der WM ist ein Unternehmen, das auch Budweiser Bier verkauft. Und jetzt wollen die Katarer doch tatsächlich den Bereich für den Bierverkauf noch weiter einschränken. In den Stadien selbst darf sowieso kein Bier ausgeschenkt werden. Da hat die WM noch nicht angefangen und schon gibt es die ersten Schwierigkeiten. Aber letztendlich gibt es ja nichts, was man nicht mit Geld übertünchen kann. Näheres dazu bei ntv.

Zusammenfassung

Dass die Fußball WM in Katar stattfinden wird, ist seit 12 Jahren bekannt. Wie islamische Staaten ticken, dürfte auch jedem bekannt sein. Man sieht es ja täglich auf den deutschen Straßen. Es wird viel gemessert.
Dass diese Staaten es auch mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen, ist auch nicht neu.

Spätestens 2015 hätte man im Rahmen der Handball WM erkennen müssen, wie solche Großturniere dort ablaufen.

Sich jetzt über gewisse Verstöße zu echauffieren, hat nichts mehr mit Moral zu tun. Es ist einfach nur Show. Und wenn das Ganze wirklich so schlimm ist, warum hat die Sportministerin die Teilnahme der deutschen Nationalmannschaft nicht untersagt?
Ach so, wir wollen von denen ja eventuell noch Flüssiggas. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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