Politiker kritisieren die Eintrittspreise
„Betreibt man seine dunklen Geschäfte so gründlich, dass man mit seinem eigenen Schatten verschmilzt, sollte man das Licht der Öffentlichkeit möglichst meiden.“
Christa Schyboll, deutsche Autorin
Sport und Politik
Eigentlich sollte Sport frei von Politik sein. Leider funktioniert das in der heutigen Zeit immer weniger. Egal, ob olympische Spiele oder Weltmeisterschaften, immer versuchen Politiker daraus Kapital zu schlagen.
Warum sollte das auch ausgerechnet bei der derzeit laufenden Fußballweltmeisterschaft anders sein.
Natürlich nutzen das Politiker aus der EU, um wieder einmal Trump anzugreifen. Dabei ist völlig egal, was wirklich dahintersteckt. Neben vielen anderen Themen greift man jetzt bei der WM die Eintrittspreise an. Sogar unser plappernder Kleiderständer aus der UN hat sich zu Wort gemeldet. Aber sind die Preise wirklich überhöht? Dazu habe ich mir einmal ein paar Gedanken gemacht. Mag sein, dass ich auf dem falschen Dampfer bin. Aber das überlasse ich ihnen.
Die Preise
Ich kann das nicht im einzelnen Überprüfen. Aber in den Medien kursieren Eintrittspreise, die im unteren Segment mehrere 100 US-Dollar kosten sollen. In den ÖR sprach man von 500 US-Dollar. Auf kicker.de habe ich eine Aufstellung gefunden, die das nur in Teilen bestätigt. Sieht man von einer Basiskategorie ab, da kostet die Karte 51 Euro, liegen die Preise in der Vorrunde bei 155 Euro in der 2. und 430 Euro in der 4. Kategorie. Ab dem Viertelfinale wird es dann aber deutlich teurer. So kostet die Kategorie 2 im Finale 3.580 Euro, in der Kategorie 7.403 Euro.
Das sind in meinen Augen dann schon saftige Preise, aber es handelt sich ja auch um das Finale.
Das Lohn-Preis Niveau in den USA
Sie haben mit Sicherheit schon im Ausland Urlaub gemacht. Ich bin mir sicher, dass sie dabei festgestellt haben, dass Urlaub in der Türkei oder auch Ägypten vergleichsweise günstig ist. Diese Länder liegen außerhalb der Eurozone. Das merkt man am Preis.
Wenn sie aber Urlaub in Spanien oder auch Griechenland machen, dann ist das Preisniveau schon merklich höher. Das sind dann halt die Preise in der Euro-Zone. Noch extremer wird es allerdings dann, wenn sie in das Dollar-Gebiet reisen. Dazu zählt in Teilen auch die Karibik. Da sind dann unter Umständen schon ordentliche Preise fällig. Vergleichen sie einfach einmal Hotelpreise in München mit denen in New York oder Atlanta. Da schlackern sie mit den Ohren.
Dazu muss man einfach wissen, dass das Lohn-Preis-Niveau in den USA deutlich höher liegt als in der EU. Ich hatte mal Bekannte, die wollten nach ihrer Verrentung in die USA auswandern. Mit ihrer Rente, die in Deutschland zu einem guten Altersruhestand ausgereicht hat, wären sie in den USA nicht weit gekommen. Sie haben daraufhin von ihrem ersten Ansinnen Abstand genommen.
Angebot und Nachfrage
Zu den Ticketpreisen hatte die FIFA schon im Vorfeld gesagt, dass man die dynamisch gestalten wolle. Natürlich will man damit auch Geld verdienen. Ob die Preise gerechtfertigt sind, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Nun habe ich noch nicht allzu viel von den Spielen gesehen. Nachts stehe ich nicht auf, nicht für Fußball. Die Spiele, die ich aber gesehen habe, waren aus meiner Sicht nahezu ausverkauft.
Ich habe zwar schon Artikel gelesen, da hieß es, mehrere Hundert Plätze blieben leer. Das bezog sich beispielsweise auf das deutsche Spiel in Houston. In dieses Stadion passen aber gut 70.000 Zuschauer. Selbst wenn da 700 Plätze nicht besetzt sind, dann ist das gerade einmal ein Prozent. Das Stadion ist also immer noch zu 99 Prozent ausgelastet. Manch ein deutsches Hotel wäre froh, wenn es eine Auslastung von 80 Prozent erreichen würde.
Halten wir also fest, die Stadien sind wohl weitestgehend ausverkauft. Und solange der Kunde diese Preise bezahlt, solange sind die auch nicht zu hoch. „Das ist Wirtschaft, ganz einfach.“That ist Business, stupid.“
Ich bin mal gespannt, wie sich das in Richtung Finale entwickelt.
Persönlich bin ich aber überzeugt, dass auch die Final-Spiele ausverkauft sein werden.
ARD und ZDF haben es nötig
Die Fernsehrechte für Deutschland hat sich die Telekom an Land gezogen. Was sich die Telekom das hat kosten lassen, ist nicht bekannt. ARD und ZDF haben danach Rechte für 60 Spiele von der Telekom erworben. Das haben sich die beiden Sendeanstalten etwa 152 Millionen Euro kosten lassen.
Gerade diese Sendeanstalten monieren die hohen Preise. Sie sind aber bereit, dieses schmutzige Spiel mitzumachen. Überweisen mal eben 152 Millionen an die Telekom. Sie können aber sicher sein, ein Großteil davon landet bei der FIFA.
Zusammenfassung
Ob die Preise hoch sind kann ich nicht beurteilen. Ich gehe ja selbst in Deutschland kaum ins Stadion. Ich weiß aber, dass man auch bei ganz normalen Theaterveranstaltungen schnell bei 100 Euro angelangt ist. Karten für das Endspiel der Champions League sind deutlich teurer.
Ich verstehe also das Gejammere um die hohen Preise nicht. Und wenn keiner mehr diese Preise bezahlt, dann gehen die auch wieder runter. Davon ist allerdings nicht auszugehen.
Solange der Kunde diese Preise bezahlt, solange die Stadien voll sind, gibt es keinen Grund die Preise zu reduzieren. Also hört auf zu jammern, wenn es euch zu teuer ist, dann kauft euch halt keine Karte. Es zwingt euch doch keiner.
Für die Politik ist das aber wieder einmal ein Thema, mit dem man vom eigenen Versagen ablenken kann.