Die Fußball-WM in Kanada, den USA und Mexiko
Heute kein Zitat
Wie immer habe ich für den Anfang meines Beitrages ein Zitat gesucht. Wenn man aber als Suchbegriff „Nachhaltigkeit“ eingibt, dann findet man fast ausschließlich Aussagen von links-grünen Klimajüngern. Die passen aber nicht zu meinem Thema. Ich will ja aufzeigen, dass im Bereich Nachhaltigkeit, was immer das sein mag, Aussagen und Handeln überhaupt nicht zusammenpassen.
Auch wenn ich selbst von diesem ewigen Klimapalaver nur wenig halte, dazu gehört auch Nachhaltigkeit, so bin ich doch davon überzeugt, dass wir sorgfältig mit unserer Umwelt umgehen sollten. Die derzeitige Mentalität der Wegwerfgesellschaft mag ich auch nicht. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich will heute einmal die Fußball-WM in einen Bezug zu diesem Thema setzen.
Nachhaltigkeit im Sport
Thematisiert wird Nachhaltigkeit nicht nur im Fußball. Selbst der ehemalige Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel hatte sich seinerzeit zu den Grünen bekannt. Auch die Formel 1 müsse nachhaltiger werden, hat er gesagt. Da frage ich mich dann aber, wieso der nie in der Formel E gestartet ist. Und was an der Formel 1 nachhaltig sein soll, das ist wohl sein streng gehütetes Geheimnis. Ich hatte da mal einen Beitrag geschrieben, der sich lediglich mit dem Reifenverbrauch beschäftigte. Besonders nachhaltig ist das nicht.
Auch der ach so tolle Ski-Rennfahrer Felix Neureuther äußert sich immer wieder gern zum Thema Nachhaltigkeit im Ski-Sport. Nur wenn man das jährliche Spektakel im Weltcup betrachtet, dann ist es auch hier nicht weit her mit der Nachhaltigkeit. Man kann schon froh sein, dass keine neuen Rennstrecken erschlossen werden. Aber da ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Und die Touren zu den verschiedenen Weltcuporten werden nach wie vor nicht mit dem Lastenfahrrad durchgeführt.
Last but not Least, die Fußball-EM 2024 in Deutschland sollte nach Aussage der Grünen die nachhaltigste EM aller Zeiten werden. Das Einzige was man geschafft hat, man hat parallel zu den Spielen den einen oder anderen Workshop veranstaltet. Ansonsten konnte man nur feststellen, in welch schlechten Zustand die Deutsche Bahn ist. Es kam vor, dass Fans nicht rechtzeitig zu den Spielen kamen, weil die Bahn sich wieder einmal von ihrer besten Seite gezeigt hat. Sehr nachhaltig.
Jetzt wollen wir uns aber einmal mit der laufenden Fußball-WM beschäftigen.
Die Spielorte
Mit 48 teilnehmenden Nationen an der Endrunde ist diese Weltmeisterschaft so groß wie nie. Dementsprechend werden auch mehr Spielorte gebraucht. Dabei ist bekannt, dass sich die durchführenden Staaten bemühen, Die Spiele möglichst im Raum zu verteilen. Darüber hinaus sollte auch noch Kanada und Mexiko an den Spielen beteiligt werden. Und so gibt es bei dieser WM 16 Spielorte, 2 in Kanada, 3 in Mexiko und 11 in den USA.
Bevor ich jetzt ein Beispiel durchrechne, muss ich noch auf einen geografischen Sachverhalt hinweisen. Wir können die USA allein von den Ausdehnungen nicht mit Europa vergleichen, und schon gar nicht mit einzelnen europäischen Ländern.
Allein die USA besitzt eine Ost-West-Ausdehnung von gut 4.100 Kilometern. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.300 km. Das hat natürlich Einfluss auf die Entfernung zwischen den Spielorten.

Der nördlichste Spielort ist in Vancouver, Kanada. Der südlichste Spielort liegt in Mexiko-City. Dazwischen liegen fast 4.000 km. Der westlichste Spielort ist San Francisko, der östlichste ist Rhode Island. Dazwischen liegen 4.300 km.
Wer mehr wissen will kann den folgenden Link nutzen: Stadien der Fußball WM 2026
Ein Beispiel
Ich möchte jetzt ein Beispiel durchrechnen, welche Strecken eine Mannschaft überwinden muss, die am Ende Weltmeister wird. Auch wenn ich nicht glaube, dass Deutschland da eine Chance hat, nehme ich sie als Beispiel. Ich berücksichtige dabei nicht die An- und Abreise in die Staaten. Diese Strecken kämen da noch dazu.
Deutschland startet heute in Houston. Ihr zweites Gruppenspiel findet in Toronto statt. Das ist eine Entfernung von 2.105 km. Das dritte Gruppenspiel findet dann in New York statt. Das sind dann überschaubare 568 km.
Gehen wir davon aus, dass Deutschland Gruppenerster wird, dann findet das Sechzehntelfinale in Boston statt. Das sind dann lediglich 303 km, Glück gehabt. Das darauffolgende Achtelfinale findet in Philadelphia, das sind dann 435 km. Das Viertelfinale wäre dann wieder in Boston, also wieder 435 km zurück. Für das Halbfinale müsste Deutschland dann nach Dallas reisen. Das wären dann 2.500 km. Das Finale wäre dann wieder in New York, da kommen nochmals 2.200 km dazu. Insgesamt würde die deutsche Mannschaft also gut 8.500 km reisen. Natürlich fährt man da nicht mit dem Bus. Vielleicht die kürzeren Strecken. Die Masse der Strecken wird man mit dem Flugzeug zurücklegen.
Ein zweites Beispiel
Um ihnen zu belegen, dass das kein Einzelfall ist, berechne ich ein zweites Beispiel. Nehmen wir Spanien und gehen auch hier davon aus, dass die das Finale erreichen. Spanien startet in Atlanta. Auch das zweite Spiel findet in Atlanta statt. Für ihr drittes Spiel müssen die Spanier aber nach Guadalajara (Mexiko) reisen. Das sind schlappe 2.370 Km. Als Gruppenerster müsste man dann für das Sechzehntelfinale nach Los Angeles reisen. Das sind dann gut 2.000 km. Im Achtelfinale müsste man dann nach Dallas, wieder knapp 2.000 km. Das Viertelfinale wieder in Los Angeles, also 2.000 km retour. Das Halbfinale wäre wieder in Dallas, nochmals 2.000 km. Zum Finale nach New York dann weitere 2.200 km. Insgesamt käme Spanien auf sogar auf gut 12.000 km.
Was wir berücksichtigen müssen
Natürlich erreichen nur die besten vier die beiden Endspiele. Ab dem Sechzehntelfinale verringern sich die Mannschaften rapide. Dennoch sind die Entfernungen immens. Und bei so großen Entfernungen bleibt halt nur der Flieger. Da kommt schon einiges zusammen.
Die An- und Abreise berechne ich bewusst nicht mit ein. Denn da ist es egal, wo so ein Turnier stattfindet. Irgendeiner muss immer reisen.
Zusammenfassung
Ich bin nicht gegen solche Veranstaltungen. Ich finde auch Olympische Spiele toll. Wo können sich Sportler besser im Wettkampf messen. Und gerade solche großen Turniere bringen Vorbilder für unsere Kinder hervor.
Ich habe auch kein Problem damit, dass im Rahmen solcher Veranstaltungen Sprit verbrannt wird. Ich bin absolut kein Gegner vom Fliegen. Wir sollten eher dankbar sein, dass es die Fliegerei gibt. Sonst wäre vieles gar nicht möglich.
Was mich aber maßlos ankotzt ist das Geschwafel über Nachhaltigkeit. Denn wenn es wirklich um Nachhaltigkeit ginge, dann dürfte es solche Großveranstaltungen gar nicht geben. Und dass es auch in Deutschland nicht um Nachhaltigkeit geht, kann man daran sehen, dass deutsche Sportler immer an solchen Wettkämpfen teilnehmen. Sogar in der Formel 1 sind deutsche Unternehmen vertreten.
Also hört mir bitte mit dieser Schwafelei um Nachhaltigkeit auf. Leistungssport ist alles, aber nicht nachhaltig.